Arbeitgeberanteil Sozialversicherung 2017 berechnen | Rechner

Was beinhaltet der Arbeitgeberanteil und wie kann man den Arbeitgeberanteil berechnen oder einsparen? Lesen Sie den Ratgeber rund um die Lohnnebenkosten.

Das Wichtigste:

  • Der Arbeitgeberanteil beträgt: 7,30% Kranken-,  1,275% Pflege-, 9,35 % Renten-,  1,5% Arbeitslosenversicherung
  • Beim gewerblichen Minijob:  13% Kranken- und 15% Rentenversicherung, 2% Pauschalsteuer.
  • Weitere Lohnnebenkosten sind Umlagen U1, U2, Insolvenzumlage.
  • Rentner, die mehr als 450€ hinzuverdienen, zahlen einen ermäßigten Krankenversicherungssatz von 7%.
  • Privat Krankenversicherte bekommen 50% der PKV-Beiträge, max. bis zum gesetzlichen Beitrag, erstattet.
 

Tipp: Das sollten Sie tun!

Sparen Sie ihre Lohnnebenkosten mit einer Entgeltumwandlung zur betrieblichen Altersvorsorge!

Vorteile:

  • Rund 230 Euro pro Mitarbeiter und Jahr, können Arbeitgeber bei einer monatlichen Entgeltumwandlung von 100 Euro einsparen!
  • Der Arbeitnehmer profitiert mit einer besseren Altersversorgung und Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit für Beiträge bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West).

Arbeitgeberanteil Rechner

Berechnen Sie wie viel Sozialversicherung Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen.

Was ist ein Arbeitgeberanteil?

Der Arbeitgeberanteil ist der Teil des gesamten Sozialversicherungsbeitrags, den ein Arbeitgeber für seine Beschäftigten bezahlt. Der Arbeitgeber übernimmt rund die Hälfte der Beiträge zur zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Den Arbeitnehmeranteil behält er im Rahmen der Lohnabrechnung ein und  führt den Gesamtbeitrag an die Sozialversicherungsträger ab.

 

Wie hoch ist der Arbeitgeberanteil in Prozent?

  • Krankenversicherung: 7,30%
  • Pflegeversicherung: 1,275% (Sachsen: 0,775%)
  • Rentenversicherung: 9,35 %
  • Arbeitslosenversicherung: 1,5%

Sonstige Arbeitgeberabgaben 2017

  • U1 – Lohnfortzahlung wg. Krankheit: ca. 1%
    • Pflicht erst für Firmen bis 30 Mitarbeiter
    • Unterschiedlich je nach Satzung der Krankenkassen
  • U2 – Mutterschutzaufwendungen: ca. 0,3%
    • Unterschiedlich je nach Satzung der Krankenkassen
  • Insolvenzumlage: 0,09 %
  • Vermögenswirksame Leistungen
    • Freiwillig oder nach Tarifvertrag
    • Zwischen 6,95 Euro und 40 Euro im Monat

Eine weiterführende Information zu den einzelnen Sozialabgaben und eine Übersicht der aktuellen Beitragssätze finden Sie hier: Sozialversicherungsbeiträge – Beitragssätze und Grenzwerte ->.

Arbeitgeberanteil sparen

Betriebliche Altersvorsorge

Motivieren Sie ihre Arbeitnehmer und sparen Sie ihre Lohnnebenkosten mit einer Entgeltumwandlung zur betrieblichen Altersvorsorge! Auch der Arbeitnehmer profitiert von der besseren Altersvorsorge und der Steuer- und Beitragsfreiheit.

  • Beiträge bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) sind steuer- und sozialversicherungsfrei.
  • Für weitere Beiträge bis 1.800 € ist eine zusätzliche Steuerfreiheit möglich.

So viel spart der Arbeitgeber, bei einer Entgeltumwandlung von 100 € pro Mitarbeiter im Monat:

Arbeitgeberanteil Ersparnis
Krankenversicherung:  7,30% 87,60 €
Pflegeversicherung 1,275% 15,30 €
Rentenversicherung 9,35% 112,20 €
Arbeitslosenversicherung: 1,50% 18,00 €
Im Jahr pro Mitarbeiter:   233,10 €

 

Der Arbeitnehmer spart zusätzlich zu dem Arbeitnehmeranteil von rund 235 € noch die Steuerabzüge. Die Rente wird zwar bei der Auszahlung besteuert, aber meist vorteilhafter als während der Erwerbszeit.

Die betriebliche Vorsorge kann der Arbeitgeber in fünf verschiedenen Varianten abschließen: Als Direktversicherung, Pensionskasse oder -Fonds, Unterstützungskasse und Direktzusage. Die einfachste Form ist die Direktversicherung – eine Art der Lebensversicherung, die der Arbeitgeber auf das Leben des Arbeitnehmers abschließt. Die Rente wird später an den Arbeitnehmer oder seine Nachkommen ausgezahlt.

Tipp: Lassen Sie sich einen Leistungsvergleich erstellen!

Lassen Sie sich einen kostenlosen Leistungsvergleich und einen Überblick über mögliche Lebensversicherung erstellen. Tragen Sie dazu ihre persönlichen Daten in das Formular unten und erhalten einen individuellen Vergleich.

Was Sie beachten sollten: Füllen Sie ihre persönlichen Daten korrekt und vollständig aus! Nur wenn Sie ihren richtigen Namen, Adresse, E-Mail, Telefonnumer ausfüllen, bekommen Sie einen, für Sie geeigneten Versicherungsvergleich zugeschickt.

Vermögenswirksame Leistungen

Die Zahlung der vermögenswirksamen Leistungen ist nach einer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber möglich. Einen gesetzlichen Anspruch haben die Mitarbeiter nicht. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig, manche sind an einen Tarifvertrag gebunden.

Der Chef zahlt dann monatlich zwischen 6,95 Euro und 40 Euro ein.

  • Das ergibt bis zu 480 Euro im Jahr zusätzliches Einkommen für den Mitarbeiter.
  • Zahlt der Arbeitgeber nicht den Höchstbetrag, lohnt es sich selbst aufzustocken.
  • Für den Arbeitgeberzuschuss fallen zudem Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge an.

 

Warum ist der Arbeitgeber-Anteil kleiner als der Arbeitnehmeranteil?

Der Arbeitnehmer muss den kassenindividuellen Krankenkassen Zuschlag und einen Kinderlosenzuschlag selbst tragen. So setzt sich der Arbeitnehmeranteil zusammen:

Arbeitnehmeranteil 2017

  • Krankenversicherung: 7,30% + Zuschlag (durchschnitlich 1,1%)
  • Pflegeversicherung:
    • 1,275%
    • Sachsen: 0,775%
    • Kinderlose ab dem 24. Lebensjahr: Zuschlag: 0,25%
  • Arbeitslosenversicherung:  1,5%
  • Rentenversicherung: 9,35%

 

Praxisbeispiel Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil berechnen

Berechnen Sie die Sozialversicherungsbeiträge für Frau Müller: Zeitraum: Januar 2017, Bruttolohn 2.900 EUR, kinderlos, Wohnort Hessen, Krankenkassenzuschlag: 1,1%.

Tipp: Sie können die Beiträge zur Sozialversicherung und weitere Lohnnebenkosten mit unserem Arbeitgeber-, Arbeitnehmeranteil Rechner brechnen.

Arbeitgeber-Beitrag:

  • Krankenversicherung allgemein: 7,3% x 2.900 EUR = 211,70 EUR
  • Pflegeversicherung: 1,275% x 2.900 EUR = 36,97 EUR
  • Rentenversicherung: 9,35 % x 2.900 EUR =271,16 EUR
  • Arbeitslosenversicherung: 1,5% x 2.900 EUR = 43,50 EUR
  • Gesamt: 563,33 EUR

Arbeitnehmer-Beitrag:

  • Krankenversicherung allgemein, inkl. 1,1% Zuschlag zur Krankenversicherung: 8,4 %* x 2.900 EUR =243,60 EUR
  • Pflegeversicherung Kinderlose: 1,525% x 2.900 EUR =44,22 EUR
  • Rentenversicherung: 9,35% x 2.900 EUR =271,15 EUR
  • Arbeitslosenversicherung: 1,5% x 2.900 EUR = 43,50 EUR
  • Gesamt: 602,47 EUR

Die Beiträge zur Sozialversicherung werden immer nur bis zu der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze -> berechnet.

 

Wie hoch ist der Arbeitgeber-Anteil beim Minijob?

Minijob in einem Betrieb

  • Krankenversicherung: 13%
  • Rentenversicherung: 15%
  • Pauschale Lohnsteuer: 2%
  • U1 – Lohnfortzahlung wg. Krankheit: ca. 1%
    • Pflicht für Firmen bis 30 Mitarbeiter
    • Unterschiedlich je nach Satzung der Krankenkassen
  • U2 – Mutterschutzaufwendungen: ca. 0,3%
    • Unterschiedlich je nach Satzung der Krankenkassen
  • Insolvenzgeldumlage: 0,09%
  • Einheitsbeitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung: 1,6%
  • Abgaben gesamt: 30,99 %

Minijob im Privathaushalt

  • Krankenversicherung: 5%
  • Rentenversicherung: 5%
  • Einheitsbeitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung: 1,6%
  • Diese Umlagen entfallen: U2, U2 und Insolvenzumlage.
  • Abgaben gesamt: 13,6 %

Tipp: Sie können die Abgaben bequem hier berechnen: Minijob Rechner für Krankenversicherung, Rentenversicherung  beim 450 Euro Job ->

 

Arbeitgeber-Anteil für Privatversicherte, PKV

Der Arbeitgeber bezahlt die Hälfte der Beiträge zur privaten Krankenversicherung oder einer privaten Pflegeversicherung, maximal aber den Arbeitgeber-Anteil zur gesetzlichen Krankenversicherung.

 

Arbeitgeberanteil für Rentner berechnen

Für Rentner die zusätzlich zu der Rente maximal 450 Euro hinzuverdienen, zahlt der Arbeitgeber:

  • Krankenversicherung: 13%
  • Rentenversicherung: 15%.
  • Pauschale Lohnsteuer: 2%

Ab 450 Euro Hinzuverdienst gilt für die Krankenversicherung der ermäßigte Beitragssatz von 14%. Der Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen davon jeweils 7%. In der Rentenversicherung ist der beschäftigte Rentner versicherungsfrei, der Arbeitgeber zahlt jedoch weiterhin 9,35%. Diese Beiträge erhöhen nicht die Rentenbezüge. Der Arbeitgeber zahlt also:

  • Krankenversicherung: 7%
  • Pflegeversicherung:  1,275% (Sachsen: 0,775%, )
  • Rentenversicherung: 9,35%

 

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