Kurzarbeit Ratgeber | Kurzarbeitergeld Rechner

Auf einen Blick: Kurzarbeit Ratgeber & Kurzarbeitergeld Rechner

  • Die Kurzarbeit:  ist eine vorübergehende Verkürzung der Arbeitszeit aufgrund wirtschaftlich oder saisonal bedingten Auftragsausfällen.
  • Arbeitsplätze zu erhaltenPersonalkosten zu senken: ist das Ziel der Kurzarbeit.
  • Agentur für Arbeit finanziert die Kosten des Kurzarbeitergeldes .
  • Kurzarbeitergeld und anteiliger reduzierter Monatslohn bildet das Nettogehalt während der Kurzarbeit.
  • 60% (mit Kind 67%) des Nettolohns bekommen Sie für den Lohnausfall.
  • Steuernachzahlung: ist möglich, da das Kurzarbeitergeld dem Progressionsvorbehalt unterliegt.
  • Späteres Arbeitslosengeld: Die Höhe wird durch die Bezüge nicht beeinflusst.
 

Wichtig:

  1. Für Arbeitnehmer: Geben Sie Steuererklärung ab, wenn Sie mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld erhalten haben.
  2. Weiterbildungskosten: Prüfen Sie, ob die Arbeitsagentur die Kosten übernimmt.
  3. Getrennte Veranlagung kann Sie vor Steuernachzahlung schützen.
  4. Für Arbeitgeber: Beantragen Sie das Kurzarbeitergeld zu einem cleveren Zeitpunkt (Bezugsdauer).
  5. Aufhebungsvertrag anstelle einer Kündigung: Überzeugen Sie Ihre Mitarbeiter dazu!

Inhalt auf einen Blick:


 

Kurzarbeit  – was ist das?

Kurzarbeit ist eine zeitlich abgegrenzte Verkürzung der Arbeitszeit mit dem Ziel Arbeitsplätze zu erhalten, und gleichzeitig bei Auftragsflaute die Personalkosten zu senken. Ziel der Maßnahme ist die Überwindung von kurzfristigen Produktionsschwankungen ohne die Angestellten entlassen zu müssen.  Die Unternehmen behalten Ihre eingearbeiteten Mitarbeiter, Fachkräfte und Know-How Träger und behalten dabei die notwendige Flexibilität: bei Auftragseingang können sie sofort auf die Vollbeschäftligung umstellen. Besonders in Kombination mit den Weiterbildungsmaßnahmen sichern die Unternehmen ihre Existenz und schaffen sich Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Der Kündigungsverzicht umgeht mögliche arbeitsrechtliche Streitigkeiten.

Die Arbeitnehmer müssen dabei einen reduzierten Nettolohn in Kauf nehmen, denn weniger Arbeit bedeutet auch weniger Gehalt. Die Arbeitsagentur übernimmt die Zahlung einer Lohnersatzleistung für den Verdienstausfall – das sog. Kurzarbeitergeld und profitiert dabei, da die Finanzierung des Arbeitslosengeldes bei Entlassungen teurer ausfallen würde.

Kurzarbeitergeld – was ist das?

Das Kurzarbeitergeld (KUG) ist eine Lohnersatzleistung, mit der die Agentur für Arbeit den Arbeitnehmern zum Teil den Lohnausfall durch die Kurzarbeit ersetzt. Je nach Art des Arbeitsausfalls gibt es:

  • Konjunkturelles Kurzarbeitergeld – für wirtschaftlich bedingten Arbeitsausfall (z.B. Auftragsausfall)
  • Saisonales Kurzarbeitergeld – für Branchen, die Arbeitsausfälle wegen schlechtem Wetter haben (Baugewerbe, Gerüstbauer-, Dachdeckerhandwerk, Garten- und Landschaftsbau).

Höhe: Wie viel Kurzarbeitergeld und Nettogehalt bekomme ich?

Während der Kurzarbeit setzt sich Ihr Nettogehalt aus zwei Teilen zusammen: Aus einem anteiligen regulären Monatslohn und dem Kurzarbeitergeld zusammen:

  • Reduziertes Gehalt: Ihr Betrieb zahlt Ihnen nur noch Gehalt, sowie Sozialabgaben  in dem prozentualen Umfang, in dem Sie gearbeitet haben.
  • Entgelt für den Lohnausfall (Kurzarbeitergeld): Für die Zeiten des Verdienstausfalls bekommen Sie  60 Prozent Ihres Nettolohns von der Arbeitsagentur in Form vom Kurzarbeitergeld bezahlt. Haben Sie Kinder und einem Kinderfreibetrag von mindestens 0,5 in der Lohnsteuerkarte, bekommen 67 Prozent des Verdienstausfalls erstattet.

Kurzarbeitergeld Rechner 2017

Berechnen Sie wie viel Kurzarbeitergeld Ihnen zusteht mit diesem aktuellen Kurzarbeit Rechner. Tipp: Ihre Lohnsteuerklasse und Anzahl der Kinderfreibeträge finden Sie auf Ihrer Lohnabrechnung oder in der Lohnsteuerkarte (ELStAM).

Wer bekommt Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld bekommen alle Mitarbeiter, die durch den Arbeitsausfall betroffen sind und diese Bedingungen erfüllen:

Tipp: Staatliche Förderung der Weiterbildung

Nutzen Sie die Kurzarbeit als Ihre Chance! Der Staat übernimmt bis zu 100% der Kurskosten. Welche Weiterbildung in der Kurzarbeit die Agentur für Arbeit unterstützt, erfahren Sie hier: Kurzarbeit Fortbildung Weiterbildung Förderung

  • Der Arbeitnehmer muß versicherungspflichtig beschäftigt sein.
  • Das Arbeitsverhältnis ist nicht gekündigt oder aufgelöst (Aufhebungsvertrag).: Bei einer eventuellen späteren Kündigung während des KUG-Bezugs, darf ab dem Tag der Kündigung kein Kurzarbeitergeld mehr ausbezahlt werden, sondern volles Gehalt.

Keinen Anspruch auf das Kurzarbeitergeld haben:

  • Minijobber in 450 Euro Jobs (Geringfügig Beschäftigte nach § 8 SGB IV )
  • Rentner (mit dem Monat, an dem die Altersgrenze zur gesetzlichen Rente erreicht worden ist)
  • Rentner mit Rente wegen voller Erwerbsminderung eines ausländischen Leistungsträgers
  • Nicht ständig beschäftigte Arbeitnehmer
  • Personen, die eine berufliche Weiterbildung absolvieren und dabei Arbeitslosengeld bzw. Übergangsgeld beziehen
  • Arbeitnehmer, die Krankengeld beziehen

Was darf ich dazuverdienen?

Ihre Nebenjobs, die Sie schon vor Beginn der Kurzarbeit ausgeübt haben, können Sie weiterhin ohne Einschränkungen beibehalten. Anders sieht es aus, wenn Sie  während des Bezugs vom Kurzarbeitergeld einen neuen Hinzuverdienst annehmen – der zusätzliche Verdienst wird dann an das Kurzarbeitergeld angerechnet.


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Wer zahlt was?

Für die Finanzierung des Kurzarbeitergeldes während des Arbeitsausfalls ist die Agentur für Arbeit zuständig. Der Arbeitnehmer bekommt den Lohnersatz mit dem Gehalt von seinem Arbeitgeber überwiesen. Der Unternehmer erstellt eine Abrechnung, zahlt das Kurzarbeitergeld im Voraus aus und stellt anschließend einen Leistungsantrag auf Erstattung des KUG bei der Bundesagentur für Arbeit.

Sozialversicherungsbeiträge

Die Sozialversicherungsbeiträge für das tatsächlich verdiente Entgelt teilt sich der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wie bei einer regulären Lohnabrechnung. Die Sozialversicherungsbeiträge für die Kurzarbeit betragen nur 80% der regulären Beiträge und diese trägt der Arbeitgeber alleine.

Antrag auf Kurzarbeit

Voraussetzungen für die Anerkennung der Kurzarbeit

Die Arbeitszeit kann nach dem aktuellen betrieblichen Bedarf gekürzt werden. Oft genügt eine 25 – 50 % Kürzung der Arbeitszeit nicht, um die Personalkosten zu senken. Beim drastischen Auftragsrückgang kann jedoch die sogenannte Kurzarbeit Null mit einer 100% Arbeitskürzung eingeführt werden. Die Rechtsgrundlage des Kurzarbeitergeldes ist in den §§ 95 – 111 SGB III zusammengefasst.

Das Kurzarbeitergeld wird von der Agentur für Arbeit an ein Unternehmen gewährt, wenn

Ein erheblicher Arbeitsausfall vorliegt: 

Der Ausfall muß auf wirtschaftlichen oder unabwendbaren Ereignissen beruhen. Vorschriften: SGB III § 170. Es kann sich dabei um einen Arbeitsausfall handeln, der durch betriebliche Strukturveränderungen, Mangel an Rohstoffen oder Absatzmangel (infolge von der Rezession) handeln. Ein unabwendbares Ereigniss könnte durch Witterungsverhältnisse (Hochwasser) oder Pandemie (Ausfall der Arbeitnehmer durch Schweinegrippe) verursacht sein. Der Ausfall muß auf wirtschaftlichen oder unabwendbaren Ereignissen beruhen. Vorschriften: SGB III § 170. Es kann sich dabei um einen Arbeitsausfall handeln, der durch betriebliche Strukturveränderungen, Mangel an Rohstoffen oder Absatzmangel (infolge von der Rezession) handeln. Ein unabwendbares Ereigniss könnte durch Witterungsverhältnisse (Hochwasser) oder Pandemie (Ausfall der Arbeitnehmer durch Schweinegrippe) verursacht sein.

Der Entgeltausfall ist vorübergehend: 

Für die gesamte Zeit der Kurzarbeit soll mit einer künftigen Verbesserung bis zur Vollarbeit gerechnet werden können.

Der Entgeltausfall ist nicht vermeidbar:

Es muß ausgeschlossen werden, daß z.B. Resturlaub, Erholungsurlaub oder Ausnutzung der Gleitzeit nicht eingesetzt werden können.

Der Entgeltausfall beträgt mindestens 10 Prozent. 

Das Kurzarbeitergeld kann für eine beliebige Anzahl der Arbeitnehmer beantragt werden, deren Entgeltausfall mindestens 10 Prozent beträgt.  Wenn ein Drittel der Belegschaft von einem 10 % tigem Entgeltausfall betroffen ist, können auch die Arbeitnehmer KUG bekommen, die weniger als 10 Prozent Gehaltsausfall haben.

Mindestens 1 Mitarbeiter beschäftigt ist:

Ein Unternehmen kann nur dann KuG beantragen, wenn es mindestens einen Mitarbeiter beschäftigt.

Kurzarbeit-Anzeige bei Agentur für Arbeit erfolgt ist:

Der Arbeitsausfall muß im Rahmen einer Anzeige der Agentur für Arbeit mitgeteilt werden. Die Anzeige gilt bis zum Ende des KuG-Bezugszeit falls keine Unterbrechung des KuG-Bezugs für mehr als 3 Monate erfolgte.

Checkliste: Kurzarbeitergeld beantragen

  1. Führen Sie Kurzarbeit in Ihrem Unternehmen ein: Für die Einführung der Kurzarbeit brauchen Sie eine vertragliche Grundlage im Tarifvertrag, einer betrieblichen Vereinbarung, im Arbeitsvertrag. Ist das nicht der Fall, schließen Sie eine formlose Vereinbarung über die Einführung der Kurzarbeit mit jedem Arbeitnehmer ab.
  2. Stellen Sie eine Anzeige über den Arbeitsausfall bei der Arbeitsagentur ein: Benachrichtigen Sie die Agentur per Fax oder per E-Mail (mit eingescannten Unterschriften).
  3. Erhalten Sie einen Bescheid: Die Agentur für Arbeit prüft die Voraussetzungen und erlässt einen Bescheid.
  4. Erstellen Sie eine Lohnabrechnung und Kurzarbeitergeld-Abrechnung: Als Arbeitgeber müssen Sie kostenlos das Kurzarbeitgeld berechnen und an die Arbeitnehmer auszahlen.
  5. Beantragen Sie das Kurzarbeitergeld für den jeweiligen Kalendermonat bei der Arbeitsagentur: In einer monatlichen Abrechnungsliste teilen Sie innerhalb von 3 Monaten nach der Auszahlung der Agentur für Arbeit die ermittelten Kurzarbeitgelder mit. Die Agentur überweist anschließend ihrem Betrieb das Kurzarbeitgeld. Dem Antrag muss eine Abrechnungsliste

Formulare zum Antrag:

 

Wie lange wird gezahlt? 

Die Bezugsdauer für das konjunkturelle Kurzarbeitergeld wurde ab dem 1.1.2016 auf zwölf Monate erhöht. Sie können jedoch eine Verlängerung der Bezugsdauer bis auf 24 Monate beantragen Die bisherige Voraussetzung für die Verlängerung der regulären Bezugsdauer war, dass außergewöhnliche Verhältnisse auf dem gesamten Arbeitsmarkt vorliegen. Diese Regelung gilt für das Jahr 2016 nicht mehr (§ 109 Abs. 1 Nr. 2 SGB III).

Die KUG-Bezugsdauer günstig gestalten

Tipp: Leistungsantrag geschickt stellen

Durch einen richtigen Zeitpunkt für den ersten Leistungsantrag können Sie die Bezugsdauer (und damit auch den Leistungsumgang) des Kurzarbeitergeldes beeinflussen. Die Bezugsdauer beginnt mit dem ersten Kalendermonat, für den Kurzarbeitergeld beantragt und tatsächlich gezahlt wird (Der Zeitpunkt der Kurzarbeit-Anzeige spiel also keine Rolle). Bei einer Unterbrechung zählen angebrochene Monate voll. Die Bezugsdauer gilt einheitlich für alle in einem Betrieb bzw. in einer Betriebsabteilung beschäftigten Arbeitnehmer, d. h. sie ist unabhängig vom Beginn der Kurzarbeitergeldzahlung für einzelne Beschäftigte. Eine neue Bezugsdauer beginnt nach Ablauf einer 3-Monats-Frist.

Praxisbeispiel: 
  • Anzeige der Kurzarbeit: 20.6.
  • Beginn der Kurzarbeit: 28.6.
  • Bezugsdauer beträgt 12 Monate.

Wann stellen Sie den Leistungsantrag auf KUG bei der Agentur für Arbeit?

  • Variante 1 (die Ungünstige): Sie stellen den Leistungsantrag auf Kurzarbeitergeld am 28.6. Die Bezugsdauer beträgt dann vom 1.6. bis 31.5. des Folgejahres: 11 Monate und 3 Tage.
  • Variante 2 (die Schlaue): Sie stellen den Leistungsantrag auf Kurzarbeitergeld am 1.7. Die Bezugsdauer dauert vom 1.7. bis 30.6. des Folgejahres: 12 volle Monate. Als Arbeitgeber müssen Sie für die Zeit vom 28.6. bis 30.6. die Löhne aus eigenen Mitteln in Höhe des Kurzarbeitergeldes zahlen, haben aber fast einen ganzen Monat Bezugsdauer gewonnen. 

Verlängerung der Bezugsdauer nach Unterbrechung

Eine Unterbrechung während einer Bezugsdauer ist wiederholt möglich. Bei einer Unterbrechung zählen angebrochene Monate voll: d.h. die Bezugsdauer verlängert sich um jeweils volle Kalendermonate, nicht um die Zahl der Unterbrechungstage.

Praxisbeispiel:

Um einen Auftrag zu bearbeiten, wird die Kurzarbeit vom 5.5. bis zum 27.6. ausgesetzt (Unterbrechung von 54 Kalendertagen, aber keine Unterbrechung von mindestens einem Kalendermonat).

  • Variante 1 (die Ungünstige): Bei durchgehender Beantragung der Leistung würde sich die Bezugsdauer nicht verlängern.
  • Variante 2 (die Schlaue): Die Bezugsdauer verlängert sich um 2 volle Monate, wenn der Betrieb auf die Beantragung von Kurzarbeitergeld für die Zeit vom 1.5. bis 4.5. und für die Zeit vom 27.6. bis 30.6. verzichtet!

Beginn einer neuen Bezugsdauer

Ein neues Anrecht auf Kurzarbeitergeld, bzw. eine so eine neue Bezugsdauer beginnt, wenn seit dem letzten Kalendermonat, für den Kurzarbeitergeld geleistet worden ist, mindestens 3 Monate vergangen sind. Die 3-Monatsfrist für eine neue Bezugsdauer beginnt mit dem ersten Tag des Kalendermonats, der auf den letzten Anspruchszeitraum folgt. Für den neuen Anspruch auf Kurzarbeitergeld ist nicht erforderlich, dass in dem Unterbrechungszeitraum voll gearbeitet worden ist.

Praxisbeispiel:

Die Bezugsdauer wurde ausgeschöpft, das Kurzarbeitergeld wurde bis zum 20.4. gezahlt. Im Betrieb wurde in der Zeit vom 21.4. bis 25.7. voll gearbeitet. Ab dem 26.7. tritt erneut Kurzarbeit ein.

  • Lösung: Eine neue Bezugsdauer entsteht nur dann, wenn Kurzarbeit erst wieder ab dem 1.8. eingeführt und damit das Erfordernis der 3-Monatsfrist erfüllt wird.

 

Wie kann ich Kurzarbeitergeld berechnen?

Das Kurzarbeitergeld beträgt 60% des Nettolohns (Nettoentgeltdifferenz), der dem Arbeitsnehmer entgangen ist. Haben Sie Kinder und in Ihrer Lohnsteuerkarte mindestens 0,5 Kinderfreibetrag eingetragen, beträgt ihr Leistungssatz 67%.

Die Nettoentgeltdifferenz berechnen Sie aus der Differenz zwischen dem Nettoeinkommen ohne Kurzarbeit (Netto-Sollentgelt) und dem tatsächlichen Nettoeinkommen bei Kurzarbeit (Netto-Istentgelt). Die Berechnung bezieht sich immer auf den Monat des Arbeitsausfalls.

Stundenlohn berechnen – Stundenlohnrechner ->

Berechnung:

  • Soll-Arbeitsstunden im Monat
  • ./. Anzahl der Kurzarbeitstunden im Monat
  • = tatsächliche Arbeitsstunden im Monat
  • x Stundenlohn
  • = reduziertes Gehalt (Istentgelt)    
  • Pauschaliertes Nettoentgelt aus Sollentgelt
  • ./. Pauschaliertes Nettoentgelt aus Istentgelt
  • = Kurzarbeitergeld
  1. Bestimmen Sie den regulären Bruttolohn, der ohne Arbeitsausfall ausgezahlt wird (sog. Sollentgelt). Einmalige Zahlungen, wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, sowie Mehrarbeit und Mehrarbeitszuschläge zählen nicht zum Sollentgelt.Bei stark schwankendem Arbeitsentgelt, wie z.B. Akkordlohn, wird als Grundlage ein Referenzgeld genommen, das der Arbeitnehmer in den letzten drei Monaten vor Einführung der Kurzarbeit im Betrieb durchschnittlich erzielt hat. (§179 Abs. 1, 4 SGB III). Zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes wird das Sollentgelt nur bis zur Höhe der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze herangezogen. Im Jahr 2016 beträgt die Beitragsbemessungsgrenze für Renten- und Arbeitslosenversicherung 6.200 EUR West / 5.400 EUR. Damit kann das Kurzarbeitergeld 2016 eine Summe von 4.154 Euro West / 3.618 Euro Ost nicht überschreiten kann.
  1. Berechnen Sie das reduzierte Gehalt (Istentgelt): es ist ein Lohn für die tatsächlich geleistete Arbeitzeit, ohne Einmalzahlungen, einschließlich Entgelt für Mehrarbeit und Mehrarbeitszuschläge. Multiplizieren Sie dazu die Differenz aus Sollstunden (Anzahl der vertraglich vereinbarten regulären Arbeitsstunden) und der Kurzarbeitstunden mit dem Stundenlohn.

Tipp: Kurzarbeitergeldtabelle

Die pauschalierten monatlichen Nettoentgelte (Rechnerische Leistungssätze) können Sie aus der Kurzarbeitergeldtabelle der BA ablesen

  1. Ordnen Sie das pauschalierte Nettoentgelt zum Sollentgelt zu
  2. Ordnen Sie das pauschalierte Nettoentgelts zum Istentgelt zu
  3. Berechnen Sie das Kurzarbeitergeld: Es ist die Differenz des pauschalierte Nettoentgelts aus Sollentgelt und Istentgelt.

 

Tabelle für Kurzarbeitergeld 2017

Für die Ermittlung des KuG stellt die Agentur für Arbeit eine Tabelle zur Verfügung aus der die pauschalierten monatlichen Nettoentgelte (Rechnerische Leistungssätze) abgelesen werden können. In der Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitgelder werden unter der Spalte „Bruttoarbeitsentgelt von bis“ die rechnerischen Leistungssätze für Soll- und Istentgelt festgelegt.

Dabei muss neben der Lohnsteuerklasse auch der Leistungssatz beachtet werden.

  • Leistungssatz 1: Arbeitnehmer mit Kindern (Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte von mindestens 0,5) bekommen 67% angerechnet.
  • Leistungssatz 2: Kinderlose Arbeitnehmer erhalten 60%.
  • Die Lohnsteuerklasse wird auf der Lohnsteuerkarte abgelesen.

Diese gesetzlichen Abzüge werden im rechnerischen Leistungssatz berücksichtigt: Pauschale für die Sozialversicherung (21% des Bruttoentgelts), Lohnsteuer und Soli-Zuschlag ohne Berücksichtigung von Kinderfreibeträgen.

Steuerabzüge

Die Steuerabzüge (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer) werden aus dem tatsächlich gezahlten Arbeitslohn berechnet (Istentgelt).

Das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei (§3 Nr2. EStG), unterliegt aber dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass sich das Kurzarbeitergeld lediglich auf den Steuersatz auswirkt (§32b Abs. 1 EStG). Deshalb muss der Arbeitgeber das ausgezahlte KuG im Lohnkonto eintragen und zum Jahresende oder bei Kündigung auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung gesondert bescheinigen (§ 41 EStG).

Sozialversicherung

Die Sozialversicherungsbeiträge für das tatsächlich verdiente Arbeitsentgelt tragen die Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte (wie bei einer regulären Lohnabrechnung). Die Sozialversicherungsbeiträge für die Zeit der Kurzarbeit, reduzieren sich auf 80 Prozent. Diese trägt der Arbeitgeber allein.

Praxisbeispiel: Kurzarbeitergeld berechnen

Der Betrieb MHS GmbH (fiktiver Betrieb) führt aus wirtschaftlichen Gründen zum Mai 2016 Kurzarbeit ein. Der Arbeitnehmer Müller verdient ein Brutto Gehalt ohne Weihnachts- und Urlaubsgeld von 3.500 EUR, das entspricht einem Sollentgelt von 3.500 EUR. Er hat Steuerklasse 4 und 1 Kind, Kinderfreibetrag 0,5. Im letzten Monat hat er 75 Std tatsächlich gearbeitet. Sein durchschnittlicher Stundenlohn liegt bei 20,20 EUR.

  • Sollentgelt:                                                                                                    3.500 Euro
  • Anzahl der Arbeitsstunden im Monat ohne Arbeitsausfall:                    152h
  • ./. Anzahl der Kurzarbeitstunden im Monat:                                             – 77h
  • = tatsächliche Arbeitsstunden im Monat                                                      75h
  • X Stundenlohn (20,20 Euro)                                                                1.515 Euro
  • = Istentgelt                                                                                              1.515 Euro
  • Pauschaliertes Nettoentgelt aus 3.500 EUR (Sollentgelt)               1.425,44 Euro
  • ./. Pauschaliertes Nettoentgelt aus 1.515 Euro (Istentgelt)              737,27 Euro
  • = Kurzarbeitergeld                                                                                     688,17 Euro

 

Kurzarbeitergeld in der Steuererklärung

Wichtig: Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung

Haben Sie mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld erhalten, sind Sie zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet (§46 EStG). Tragen Sie das KUG in der Anlage N, Zeile 27 ein.

Das Kurzarbeitergeld ist zwar steuerfrei, erhöht aber den Steuersatz für die übrigen Einkünfte nach dem sogenannten Progressionsvorbehalt und führt somit oft zu Steuernachzahlungen.

Das KuG wird, wie das Arbeitslosengeld, Kranken- und Mutterschaftsgeld zur Berechnung des Steuersatzes für die anderen Einkünfte hinzugerechnet. Damit erhöht sich die Bemessungsgrundlage auf Ihre steuerpflichtigen Einkünfte, der Steuersatz steigt. Der höhere Steuersatz wird nur auf das übrige normal zu versteuernde Einkommen angewendet (nicht auf das Kurzarbeitergeld).

Tipp: Getrennte Veranlagung für Ehepartner

Beantragen Sie eine getrennte Veranlagung bei der Abgabe der Steuererklärung, wenn Sie Kurzarbeitergeld bezogen haben. Dadurch wird das Einkommen ihres Ehepartners nicht durch den höheren Steuersatz aus Progressionsvorbehalt nicht belastet.

Auswirkungen auf das Arbeitslosengeld

Die Höhe ihres Arbeitslosengeldes -> wird durch den Bezug des Kurzarbeitergeldes nicht beeinflusst.

Für die Ermittlung des Arbeitslosengeldes ist die Festlegung des Bemessungsentgeltes maßgeblich. Es handelt sich hierbei um einen Tagesdurchschnitt des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts. Für die Zeiten des KuG-Bezugs gilt als Bemessungsgrundlage das Arbeitsentgelt, das der Arbeitslose ohne den Arbeitsausfall und ohne Mehrarbeit erzielt hätte. Vorschriften: § 131 SGB III

Krankheit

Es kommt auf den Zeitpunkt der Erkrankung an, ob Sie während der Erkrankung weiterhin das reguläre Gehalt oder Kurzarbeitergeld beziehen müssen:

  • Erkranken Sie bevor sie vom Arbeitgeber in die Kurzarbeit geschickt wurden, erhalten sie für die Zeit der Entgeltfortzahlung das reguläre Gehalt (für nicht durch Kurzarbeit verursachten Arbeitsausfall). Nach § 4 EFZG haben Sie bei einer nicht verschuldeten Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.
  • Erkranken Sie während des Bezuges von KuG, erhalten Sie weiterhin das Kurzarbeitergeld.
  • Unterbrechen Sie die Kurzarbeit durch einen Urlaub und werden anschließend krank, erhalten Sie weiterhin das KuG.

Urlaub

Wichtig: Betrug kann teuer werden

Manche schwarzen Schafe versuchen die Arbeitnehmer zur Arbeit zu zwingen, obwohl Kurzarbeitergeld gezahlt wird. Dieser Tatbestand stellt eindeutig einen Verstoß gegen die Bedingungen von KuG. Einschüchterungen durch die Arbeitgeber in Bezug auf mögliche Kündigung sind gesetzwidrig. Missbrauch von KuG wird durch die Agentur für Arbeit mit Bußgeldern mit bis zu 2000 EUR bestraft. Will man sich nicht direkt mit dem Arbeitgeber anlegen und sofortige Kündigung riskieren, genügt in diesem Fall ein anonymer Tipp an die zuständige Agentur für Arbeit.

Urlaub zur Vermeidung der Kurzarbeit

Ihr Arbeitgeber darf Ihnen nicht Urlaub zur Vermeidung der Kurzarbeit anordnen, wenn es nicht mit Ihren Urlaubswünschen übereinstimmt. Eine Abgeltung der vorhandenen Urlaubsansprüche zur Vermeidung von Kurzarbeit kann nur dann angeordnet werden, wenn es sich an das allgemein im Betrieb frei vorhandene Urlaub bezieht:

Das Arbeitsgericht Hamburg (ArbG Hamburg, 1 Ca 427/06 vom 28.11.2006) entschied, dass der Arbeitnehmer dabei so viel Urlaub anordnen kann, dass auch kollektiv, also bei fast allen Arbeitnehmern noch frei vorhanden ist. Arbeitnehmer mit vorhandenen Resturlaubsansprüchen sollen noch darüber hinaus die alten Urlaubsansprüche abgelten. Vorschriften: SGB III § 170 Abs. 4.

Ausnutzung der Gleitzeit

Für die Gewährung des KuG ist Abbau von Arbeitszeitguthaben erforderlich. In diesen Fällen ist der Ausgleich der Arbeitszeitkonten nicht zulässig:

  • Der Arbeitsausfall liegt unterhalb 50 Stunden (gilt nicht für Schlechtwetterzeitausfälle)
    Außer Zwecke aus § 7c Abs. 1 SGB IV
  • Das Guthaben wurde zur Vermeidung von Saison-KuG angespart und liegt unterhalb 150 Stunden.
  • Das Guthaben übersteigt 10% der geschuldeten Jahresarbeitszeit (ohne Mehrarbeit).
  • Das Arbeitszeitguthaben besteht unverändert länger als 1 Jahr.
  • Der Aufbau von Minusstunden ist nicht erforderlich. Vorschriften: SGB III § 170. Der Arbeitgeber soll alle Möglichkeiten der Arbeitszeitflexibilisierung erschöpft haben. Existiert eine betriebliche Vereinbarung über die Flexibilisierung der Arbeitszeit, nach der 10% der ohne Mehrarbeit geschuldeten Jahreszeit für Arbeitsschwankungen eingesetzt wird, ist der darüberliegende Ausfall ein nicht vermeidbarer Arbeitsausfall.

Urlaubsanspruch während der Kurzarbeit

Auf Auslandsreisen / Urlaubsreisen während der Kurzarbeit sollten Sie verzichten, denn Sie sollen dem Arbeitgeber auf Abruf zur Verfügung stehen. Ansonsten kann natürlich jeder Arbeitnehmer während der Kurzarbeit Urlaub selbst nehmen, dann bekommt er das volle Gehalt ausgezahlt. Die Kürzung des Lohns aufgrund von Ausfall durch Kurzarbeit ist nicht zulässig. Der Urlaubanspruch bleibt auch während der Kurzarbeit bestehen – die Mitarbeiter verlieren durch KuG nicht ihren Urlaub.

Weiterbildung während der Kurzarbeit

Die Agentur für Arbeit unterstützt die Qualifizierungsmaßnahmen der Kurzarbeitgeld-Bezieher, die:

  • keinen Berufsabschluß haben, oder
  • seit mindestens 4 Jahren in an- oder ungelernter Jobs beschäftigt sind.

Die Förderung beträgt bis zu 100% der Lehrgangskosten. Darüber hinaus werden die Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers in voller Höhe von der Agentur für Arbeit übernommen. Die Höhe der Förderung hängt von der Qualifikation und den persönlichen Verhältnissen des Arbeitnehmers, sowie den Inhalten der Maßnahme und der Betriebsgröße ab.

Voraussetzung für die Erstattung der Bildungsmaßnahmen ist ein Leistungsantrag bei der Agentur für Arbeit, der sowohl vom Arbeitgeber, als auch vom Arbeitnehmer gestellt werden kann. Bei einer positiven Entscheidung der BA bekommen Sie einen Bildungsgutschein, den Sie bei dem Bildungsträger einlösen können.

Top Thema: Bildungsgutschein beantragen und bekommen – So gehen Sie vor ->


junge geschäftsleute in einer fortbildung

Tipp: Möchten Sie die Kurzarbeit sinnvoll nutzen und später mehr verdienen?

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Kündigung

Mit der Anmeldung der Kurzarbeit hat der Arbeitgeber die Annahme bestätigt, dass eine vorübergehende Kurzarbeit den kurzfristigen Arbeitsausfall abfängt. Was passiert jedoch, wenn sich die wirtschaftliche Schieflage verschärft, wenn die Situation falsch eingeschätzt wurde oder wenn die Frist für Kurzarbeitergeld (KuG) nicht ausreicht? Der Arbeitgeber kann seine Mitarbeiter während des KuG-Bezugs kündigen, wenn er festgestellt hat, dass der Arbeitsausfall nicht mehr eine vorübergehende Angelegenheit ist

Mit einer Kündigung hat der Unternehmer u.U. nachzuweisen, dass es sich um einen dauerhaften Arbeitsausfall handelt und muss somit auch die veränderten Rahmenbedingungen belegen (Zur Bewilligung des KuG wurde ja angenommen, dass der Arbeitsausfall nur vorrübergehend ist und zur Sicherung der Arbeitsplätze dient). Der Übergang von KuG zur Kündigung könnte unter Umständen teuer werden.

Kündigt ein Arbeitgeber oder ein Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis während des KuG-Bezugs, darf ab dem Tag der Kündigung unabhängig von dem Beginn der Kündigungsfrist kein KuG mehr ausbezahlt werden, sondern volles Gehalt.

Änderungskündigung

Für die Einführung der Kurzarbeit ist eine Regelung im Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung notwendig. Fehlt diese Grundlage, muss der Arbeitgeber eine einzelvertragliche Vereinbarung mit seinem Mitarbeiter abschließen. Bei einer Ablehnung der Vereinbarung kommt eine betriebsbedingte Kündigung oder eine Änderungskündigung in Frage.

Aufhebungsvertrag als Alternative

Die Auftragsflaute zwingt die Unternehmer in die Knie, in vielen Fällen ist die betriebsbedingte Kündigung der letzte Ausweg. Die Zukunftsprognosen sind im Moment mehr als düster, doch was passiert, wenn die Konjunktur wieder anzieht? Die eingearbeiteten Mitarbeiter sind nicht mehr da…

Überzeugen Sie Ihre Mitarbeiter zum Abschluss eines Aufhebungsvertrages anstelle der Kündigung. In diesem Vertrag kann für den Fall der Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen eine Wiedereinstellungszusage vereinbart werden. Aus dem Vertrag sollte klar hervorgehen, dass es sich nicht um eine Pflicht des Arbeitnehmers zur Wiederkehr handelt, sondern vielmehr um die Verpflichtung zum gegenseitigem Abschluss eines Wiedereinstellungsvertrages. In der folgenden Liste finden Sie die zu regelnde Punkte:

  • zeitliche Frist für die Wiedereinstellungszusage
  • Art der Tätigkeit
  • Arbeitsort
  • Vergütung
  • Kollektiven Regelungen

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