Arbeitslosengeld berechnen | Arbeitslosengeldrechner (ALG1 Rechner)

Wie viel  Arbeitslosengeld steht mir zu: Nutzen Sie unseren Ratgeber zum Arbeitslosengeld berechnen mit praktischen Beispielen und Arbeitslosengeldrechner (ALG1 Rechner).

Das Wichtigste: 

  • Wie viel Arbeitslosengeld 1 Sie bekommen, hängt vom Brutto, Abfindungen, Steuerklasse, Kindern ab.
  • Das Arbeitslosengeld beträgt 60 Prozent (mit Kind: 67 Prozent) des Nettogehalts der letzten 12 Monate.
  • Nach der Elternzeit bekommen Sie ein fiktives Arbeitsentgelt anhand ihrer Ausbildung angerechnet.
  • Nach der Ausbildung werden die Bezüge des letzten Jahres als Bemessungsgrundlage berücksichtigt.
  • Nach Krankengeld, Kurzarbeitergeld bleibt der Lohnersatz-Zeitraum außer Betracht.

Tipp: Das sollten Sie tun:

  1. Steuerklassenwechsel: Prüfen Sie, ob eine andere Steuerklasse günstiger wäre, wenn Sie wissen, dass Sie im nächsten Jahr arbeitslos werden.
  2. Weiterbildung: Bilden Sie sich währen der Arbeitslosigkeit weiter! Die Kosten dafür übernimmt BA.
  3. Hinzuverdienst: Sie können einen Nebenjob von bis zu 15 Std / Woche und 165 Euro mtl. annehmen, ohne weniger Arbeitslosengeld zu bekommen.
  4. Nach Elternzeit oder Selbständigkeit kalkulieren Sie mit einem fiktiven Arbeitsentgelt, dessen Höhe von der Art ihrer Ausbildung abhängt.

 

Arbeitslosengeldrechner – ALG1 Rechner

Berechnen Sie wie viel Arbeitslosengeld 1 Ihnen zusteht mit dem aktuellen Arbeitslosengeldrechner (auch Arbeitslosengeld 1 Rechner, ALG 1 Rechner). Das Ergebnis ist ein Orientierungswert und nicht rechtlich bindend.

Wie kann ich das Arbeitslosengeld berechnen?

Arbeitslosengeld berechnen, Arbeitslosengeldrechner ALG1 Rechner, Arbeitslosengeld HöheWie hoch ihr Arbeitslosengeld ausfällt, richtet sich dem beitragspflichtigen Durchschnittsverdienst der letzten 12 Monate. In Ausnahmefällen wird der Zeitraum auf bis zu zwei Jahre erweitert, wenn im ersten Jahr weniger als 150 Tage mit Arbeitsentgelt vorliegen.

Aus dem Durchschnittsverdienst wird ein Bemessungsentgelt berechnet. Vom täglichen Bemessungsentgelt wird die Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und pauschalierter Sozialversicherungsbeitrag von 21 Prozent abgezogen, als Resultat erhält man einen Leistungssatz. Das Arbeitslosengeld 1 beträgt 60 Prozent vom Leistungssatz (bzw. 67 Prozent mit Kindern). Der monatliche Zahlbetrag wird pauschal mit 30 Tagen angesetzt auch bei Monaten, die 31 Tage haben.

 

So berechnen Sie das Arbeitslosengeld 1

Tipp: Die Berechnung können Sie auch schnell und bequem mit unseren Arbeitslosengeldrechner durchführen.

  • Tägliches Bemessungsentgelt: Teilen Sie ihr beitragspflichtiges Brutto der letzten 12 Monate durch 365 Tage.
  • Leistungsentgelt: Vom täglichen Bemessungsentgelt ziehen Sie die Sozialversicherungspauschale in Höhe von 21 % und die jeweilige Lohnsteuer, sowie Soli.
  • Tägliches Leistungssatz: Multiplizieren Sie das Leistungsentgelt mit 60 % falls Sie kinderlos sind, bzw. mit 67% wenn Sie Kinder haben.
  • Monatliches Arbeitslosengeld 1: Der tägliche Leistungssatz wird mit 30 Tagen multipliziert, unabhängig davon, wie lang der Monat tatsächlich ist.

Praxisbeispiel: Arbeitslosengeld Berechnung

Frau Müller aus Darmstadt wird betriebsbedingt zum 1.8.2017 entlassen. In den letzten 12 Monaten verdiente Sie 6.200 EUR monatlich. Sie hat Lohnsteuerklasse 3 und ein Kind.

Lösung:

Schritt 1: Tägliches Bemessungsentgelt
  • 74.400 EUR : 365 Tage = 203,84 EUR
Schritt 2: Leistungsentgelt
  • 203,84 EUR
  • – 42,80 EUR (21 % Sozialversicherung)
  • – 34,08 EUR (Lohnsteuer)
  • – 1,69 EUR (Solidaritätszuschlag)
  • = 125,27 EUR
 Schritt 3: Tägliches Leistungssatz
  • 125,27 EUR x 67% = 83,93 EUR
Schritt 4: Monatliches Zahlungsbetrag (monatliches Arbeitslosengeld 1)
  • 83,93 EUR x 30 Tage = 2.517,93  EUR

Frau Müller erhält 2.517,93 Euro Arbeitslosengeld monatlich.

Arbeitslosengeld Höhe

Wieviel Prozent vom Lohn bekomme ich?

Das Arbeitslosengeld 1 beträgt 60 Prozent (mit Kindern 67 Prozent) des durchschnittlichen pauschalierten Nettogehalts des letzten Jahres.

Wie hoch ihr Arbeitslosengeld wird, hängt ab von:

  • Ihrem durchschnittlichem Monatseinkommen der letzten 12 Monate mit Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld sowie anderen Einmalzahlungen.
  • Beitragsbemessungsgrenze für Arbeitslosenversicherung
  • Entlassungsentschädigungen und Abfindungen, die wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt werden, werden für die Berechnung des Arbeitslosengeldes nicht berücksichtigt. Nur in Ausnahmenfällen wird das ALG I gesperrt.
  • Ob Sie Kinder haben: Ohne Kind bekommen Sie 60% des Leistungsentgeltes, mit mindestens einem Kind 67 % angerechnet.
  • Lohnsteuerklasse: Die Lohnsteuerklasse finden Sie auf Ihrer Lohnsteuerkarte.
  • Top Thema: Steuerklassen: Wahl der Lohnsteuerklassen, Steuerklassenwechsel ->

Tipp: So bekommen Sie mehr Arbeitslosengeld

Wenn Sie wissen, dass Sie im nächsten Kalenderjahr arbeitslos werden, können Sie durch einen Steuerklassenwechsel mehr Arbeitslosengeld 1 erhalten. Wechseln Sie dafür in die Steuerklasse 3, wenn Sie verheiratet sind.

Die Bedingung dafür ist aber, dass Sie den Wechsel noch im alten Kalenderjahr durchführen. Ein Wechsel im Jahr der Arbeitslosigkeit kann sich dagegen negativ auswirken. Jederzeit akzeptiert wird aber ein Wechsel zum Faktorverfahren. Die Agentur für Arbeit ist verpflichtet Sie zum Thema Steuerklasse zu beraten.

 

So können Sie ein Kind nachweisen:

  • Ein Kind unter 18 Jahre können Sie am besten mit einem Kinderfreibetrag in der Lohnsteuerkarte / ELStAM nachweisen.
  • Kinder ab 18  können Sie durch den Bezug von Kindergeld nachweisen (§ 32 Abs. 4 und 5 EStG). Geben Sie dafür die Familienkasse, bei der Sie Kindergeld beantragt haben und die Kindergeldnummer an.

Mindestbetrag bei wiederholten Arbeitslosigkeit

Wenn Sie innerhalb der letzten zwei Jahre schon arbeitslos waren, darf das Bemessungsentgelt, das aus dem durchschnittlichen Monatseinkommen ermittelt wird, nicht niedriger als das letzte Bemessungsentgelt sein. Ist das der Fall wird das höhere Bemessungsentgelt von der früheren Arbeitslosigkeit verwendet (Vorschriften: § 131 SGB III).

Arbeitslosengeld Höchstsatz (Maximale Arbeitslosengeld Höhe)

Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden bis zur Beitragsbemessungsgrenze für Arbeitslosenversicherung berücksichtigt. Für darüber hinausgehendes Einkommen sind keine Beiträge zu zahlen. Dementsprechend wird bei der Arbeitslosengeld Berechnung das Bruttogehalt auch nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt. Im Jahr 2017 können Sie also maximal 6.350 Euro (West) / 5.700 Euro (Ost) Arbeitslosengeld bekommen.

Beitragsbemessungsgrenze Arbeitslosenversicherung (Stand 2017)

  • Jahr: 76.200,00 EUR / 68.400,00 EUR
  • Monat: 6.350,00 EUR / 5.700,00 EUR
  • Tag: 211,67 EUR / 190 EUR

Arbeitslosengeld berechnen nach Krankengeld

Der Zeitraum, in dem Sie Krankengeld bezogen haben, bleibt außer Betracht. Der Bemessungszeitraum wird auf bis zu 2 Jahren verlängert, maßgeblich sind dann die zwölf Monate vor Antrag, in denen Sie ein reguläres Gehalt bezogen haben.

Arbeitslosengeld berechnen nach einer Ausbildung

Wenn Sie ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben, wird als Bemessungsgrundlage das Ausbildungsentgelt des letzten Jahres berücksichtigt.

Aufgrund der meistens zu niedrigen Einnahmen wird eine Sonderbemessung von Arbeitslosengeld durchgeführt und ein tarifliches Arbeitsentgelt festgelegt. So wird es berechnet:

  • Das nach der Ausbildung zu erwartendes Arbeitsentgelt (Bescheinigung des Ausbildungsbetriebs oder Schätzung der AA),
  • wird halbiert und
  • dann auf ein wöchentliches Arbeitsentgelt umgerechnet und
  • verglichen mit dem durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitsentgelt aus den letzten 52 Wochen.
  • Das höhere Entgelt wird für die Berechnung des Arbeitslosengeldes angesetzt.

Arbeitslosengeld berechnen nach Selbstständigkeit

Wenn Sie eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abgeschlossen haben, weniger als 15 Stunden in der Woche arbeiten und arbeitssuchend sind, haben Sie Anspruch auf die Auszahlung von Arbeitslosengeld 1. Dafür müssen Sie nicht mal das Gewerbe abmelden.

Da Sie während ihrer Selbständigkeit keine beitragspflichtigen Einkünfte erzielt haben, berechnet die Agentur für Arbeit ein fiktives Arbeitsentgelt anhand ihrer Ausbildung. Die Tagessätze liegen zwischen 53,20 und 119 Euro (Stand 2017).

So wird das ALG 1 bei Selbständigen berechnet: Berechnung des fiktiven Arbeitsentgelts mit Praxisbeispiel ->

Tipp: Arbeiten mit Arbeitslosengeld

Während des Bezugs von Arbeitslosengeld dürfen Sie bis zu 15 Stunden pro Woche arbeiten. Für den Verdienst gibt es einen Freibetrag von 165 Euro, höhere Einnahmen werden auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

 

Arbeitslosengeld berechnen nach Elternzeit

Die Elternzeit gilt als versicherungspflichtige Zeit, wenn Sie zuvor sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Haben Sie in den letzten zwei Jahren nicht an mindestens 150 Tagen sozialversicherungspflichtig gearbeitet, berechnet die BA eine Pauschale aus, sog. fiktives Arbeitsentgelt. Sie werden anhand ihrer Ausbildung (mit, ohne Ausbildung, FH, Hochschulabschluß) in eine Qualifikationsklasse eingeteilt und erhalten 67 Prozent von Tagessätzen, die zwischen 53,20 und 119 Euro liegen (Stand 2017).

Berechnung des fiktiven Arbeitsentgelts

Die Bezugsgröße beträgt in 2017: 35.700,00 Euro (West) / 31.920,00 Euro (Ost)

Qualifikationsgruppe 1:
  • Hochschul- oder Fachhochschulausbildung
  • Die Pauschale beträgt einen 300stel der Bezugsgröße:
  • 119 Euro  (West) / 106,40 Euro (Ost)
Qualifikationsgruppe 2:
  • Fachschulabschluss oder eine Qualifikation als Meister o.ä.
  • Die Pauschale beträgt einen 360stel der Bezugsgröße:
  • 199,16 Euro  (West) / 88,66 Euro (Ost)
Qualifikationsgruppe 3
  • Abgeschlossene Ausbildung in einem Ausbildungsberuf
  • Die Pauschale beträgt einen 450stel der Bezugsgröße:
  • 79,33 Euro  (West) / 70,93 Euro (Ost)
Qualifikationsgruppe 4
  • keine Ausbildung
  • Die Pauschale beträgt einen 600stel der Bezugsgröße:
  • 59,50 Euro  (West) / 53,20 Euro (Ost)
Praxisbeispiel: Fiktives Bemessungsentgelt berechnen

Qualifikationsstufe 1, Jahr 2017, West

Fiktives Bemessungsentgelt:

119 Euro x 30 Tage =3.570 €

Nach Abzug der Sozialversicherungspauschale in Höhe von 21 % und der jeweilige Lohnsteuer, sowie Solidaritätszuschlags bekommen Sie 67% von dem errechneten täglichen Leistungssatz.

Tipp: ALG 1 nach Elterngeld oder Selbständigkeit berechnen

Geben Sie das fiktive Bemessungsentgelt als Bruttogehalt in den Arbeitslosengeld Rechner ein und Sie erhalten ihr zu erwartendes Arbeitslosengeld.

 

Arbeitslosengeld berechnen nach Kurzarbeit, Winterausfallgeld

Für die Zeitspanne in dem Kurzarbeitergeld oder Winterausfallgeld -> ausbezahlt wurde, erhält der Arbeitslose das Arbeitsentgelt angerechnet, das er ohne Arbeitsausfall und ohne Mehrarbeit erzielt hätte.

Arbeitslosengeld berechnen mit Minijob, Nebenjob

Während des Bezugs des Arbeitslosengeldes dürfen Sie eine selbständige Arbeit unterhalb 15 Stunden pro Woche ausüben Die Nebentätigkeit, egal ob als Angestellter, Selbstständiger oder Minijob, müssen Sie bei der Agentur für Arbeit melden.

Monatlich dürfen Sie bis zu 165,- Euro ohne Abzug hinzuverdienen. Der Restverdienst, wird auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Die Berücksichtigung von Werbungskosten -> ist möglich.

Anspruch und Bezugsdauer

Sie haben einen Anspruch auf das Arbeitslosengeld 1, wenn Sie sich arbeitslos gemeldet haben und wenn Sie in den vergangenen 24 Monaten eine versicherungspflichtige Beschäftigung von mindestens 12 Monaten ausgeübt haben. Darüber hinaus sollten Sie im letzten Jahr nicht mehr als 150 Tage gefehlt haben. Die Bezugsdauer richtet sich nach Ihrem Lebensalter und nach der Dauer Ihrer versicherungspflichtigen Beschäftigung vor der Arbeitslosigkeit.

Top Thema: Arbeitslosengeld Anspruch – Arbeitslosengeld Dauer ->

 

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