Lohnsteuerfreibetrag 2018 beantragen | Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Antrag auf Lohnsteuerermäßigung: Lesen Sie, wie Sie einen Lohnsteuerfreibetrag 2018 beantragen können und was Sie dabei beachten sollten.

Das Wichtigste: 

  • Mit Lohnsteuerfreibetrag erhalten Sie mehr  Nettogehalt und Kranken-, Muterschaftsgeld
  • Antrag auf Lohnsteuerermäßigung können Sie beim Finanzamt bis zum 30. November stellen
  • Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung, wenn Sie einen Freibetrag beantragt haben.
 

Was ist ein Lohnsteuerfreibetrag?

Lohnsteuerfreibetrag, Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Mit dem persönlichen Freibetrag senken Sie ihre Lohnsteuer und zahlen im Endeffekt damit zwar nicht weniger Steuern, erhalten aber monatlich mehr Nettogehalt.

Wenn Sie Freibeträge in Ihre Steuerkarte (Elstam) eintragen lassen, bleibt noch ein größerer Teil Ihres Bruttolohns steuerfrei. Freibeträge können Sie für Ausgaben bekommen, die Sie sonst in Ihrer Steuererklärung angeben würden, wie Jobkosten, Zweitwohnsitz, ein weiteres Kind, Krankheitskosten.  Die meisten Freibeträge werden erst anerkannt, wenn eine 600 Euro Grenze erreicht ist.

Um den Lohnsteuerfreibetrag 2018 zu beantragen, müssen Sie beim Finanzamt spätestens bis zum 30.November einen „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ stellen.

Wichtig: Steuererklärung

Wenn Sie einen Freibetrag beantragt haben, sind Sie verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Ausgenommen, sie haben einen Bruttolohn bis 10.700 Euro bei Alleinstehenden / bis 20.200 Euro bei Ehepaare, oder Sie haben Behindertenpauschbetrag oder Hinterbliebenenpauschbetrag beantragt

 

Warum Lohnsteuerfreibetrag beantragen?

Als Arbeitnehmer können Sie Ihre voraussichtlich anfallenden Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen in einen persönlichen Lohnsteuerfreibetrag 2018 umwandeln und damit ihre Lohnsteuer senken. Damit zahlen Sie zwar nicht weniger Steuern, haben aber monatlich mehr Nettogehalt in der Tasche und vermeiden ein kostenloses Darlehen an den Fiskus in Form von zu viel angezahlten Lohnsteuer.

Der Abzug der Lohnsteuer  erfolgt nach pauschal festgelegten Freibeträgen, die in die Lohnsteuerklassen eingearbeitet sind, ohne die konkrete Lage des Arbeitnehmers zu berücksichtigen. Somit kassiert der Staat in den meisten Fällen mehr als ihm zusteht.

Muss ich den neuen Lohnsteuerfreibetrag meinem Arbeitgeber melden?

Nein, Ihr Arbeitgeber bekommt ihren eingetragenen Freibetrag automatisch über die elektronische Lohnsteuerkarte übermittelt und wird sie in Ihrer Gehaltsabrechnung berücksichtigen.

Wie kann ich meinen Lohnsteuerfreibetrag herausfinden?

Ihre Lohnsteuerermäßigung ist mit allen anderen persönlichen Steuerabzugsmerkmalen in der  ELStAM-Datenbank des Finanzamts gespeichert. Von hier werden die Steuermekmale vom Arbeitgeber für die Lohnabrechnung abgerufen.

  • Ihren persönlichen Freibetrag können Sie am einfachsten auf Ihrer Lohnabrechnung ablesen, da Ihr CHef verpflichtet ist, die ELStAM Daten hier auszuweisen.
  • Sie können beim Finanzamt nachfragen, oder
  • Ihre Steuerdaten im Elster-Onlineportal selbst nachsehen. Dafür benötigen Sie allerdings neben eurer Steuer-ID / Steuernummer auch ein elektronisches Zertifikat, das sie vorher beantragen müssen.

Steuerfreibetrag beantragen

Wann sollte ich den Lohnsteuerfreibetrag beantragen?

Den Lohnsteuerfreibetrag 2018  können Sie bis zum 30. November beantragen. Die Freibeträge werden in die ELStAM-Datenbank eingetragen.

Tipp: Der richtige Zeitpunkt für Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

  1. Mutterschaftsgeld oder Krankengeld erhöhen: Ein Freibetrag kann das Mutterschaftsgeld erhöhen, wenn Sie den Freibetrag spätestens 3 Monate vor Beginn des Mutterschutzes Ihr Krankengeld können Sie steigern, wenn sie spätestens einen Monat vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit einen Freibetrag beantragen.
  2. Lohnsteuer für das Weihnachtsgeld senken: Ein Steuerfreibetrag wird immer zum nächsten Monatsersten wirksam. Wer im November beantragt, wird den gesamten Jahresfreibetrag bei der Lohnabrechnung im Dezember berücksichtigt bekommen. Damit können Sie die Lohnsteuer für das im Dezember ausgezahlte Weihnachtsgeld geringhalten.

 

Wie lange ist ein Lohnsteuerfreibetrag gültig?

Einen Freibetrag können Sie seit 2016 für zwei Jahre beim Finanzamt beantragen.

Wie kann ich den Lohnsteuerfreibetrag beantragen?

Füllen Sie dazu den „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ aus.

In manchen Fällen verlangt das Finanzamt einen Nachweis darüber, dass die beantragten Kosten auch wirklich in der Zukunft auftreten werden. Arbeitsweg oder etwa Studienkosten der Kinder lassen sich problemlos nachweisen. Bei nicht nachweisbaren Fällen, wie etwa ein geplanter Kauf von teuren Arbeitsmitteln müssen Sie dem Finanzamt glaubhaft erklären, welche Investitionen für Sie anstehen.

Antrag auf Lohnsteuerermäßigung – Formulare Download

Antrag auf LohnsteuerermäßigungFüllen Sie den „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ und die entsprechende Anlage  zu Werbungskosten, Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastungen und Kindern aus.

Ab 2018 wurden die bisherigen Formulare „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ und „Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ in ein Formular zusammengelegt.  Dazu gibt es drei Anlagen, die nach Bedarf ausgefüllt werden sollten:

Steuerfreibetrag berechnen

Voraussetzung für die Anerkennung von einem Lohnsteuerfreibetrag ist, dass Sie mit Ihren Ausgaben über die 600 Euro Grenze liegen.

Tipp:

Die 600 € Grenze gilt nicht für alle Ausgaben, haushaltsnahe Dienstleistungen, wie Handwerker und Putzhilfen sind davon ausgenommen.

 

Rechenbeispiel: So prüfen Sie die 600 Euro Antragsgrenze

Sie fahren an 220 Arbeitstagen 20 Kilometer zu Ihrer Arbeit und bezahlen 1.600 EUR an Ihre Tagesmutter.

Fahrten zur Arbeit: 220 Tage x 20 Kilometer x 0,30 Euro + 1.320 €
abzgl. Arbeitnehmer-Pauschbetrag – 1.000 €
Sonderausgaben für die Tagesmutter + 1.600 €
Summe 1.920 €
Sie können eine Lohnsteuerermäßigung beantragen, da die Summe der Kosten über der 600 Euro Grenze  liegt.

 

Beispiel: Wie kann ich den Lohnsteuerfreibetrag berechnen?

Im Juni beantragen Sie eine Lohnsteuerermäßigung. Wie hoch ist Ihr monatlicher Freibetrag?

 Freibetrag Berechnung für Werbungskosten
Fahrten zur Arbeit: 220 Tage x 20 Kilometer x 0,30 Euro + 1.320 €
abzgl. Arbeitnehmer-Pauschbetrag – 1.000 €
Summe Werbungskosten  =  320 €
 Freibetrag Berechnung für Sonderausgaben
Tagesmutter + 1.600 €
abzgl. Sonderausgabenpauschbetrag –  36 €
Summe Sonderausgaben =  1.564 €
Berechnung Lohnsteuerfreibetrag gesamt
Freibetrag pro Jahr   ( 320 € +   1.564 € ) 1.884 €
Freibetrag pro Monat (Juli bis Dezember) 314 €
Ab Juli wird Ihnen monatlich 314 Euro Freibetrag zustehen.

 

Für was gibt es Lohnsteuerfreibetrag?

Lohnsteuerfreibetrag ohne 600 Euro Antragsgrenze

Diese Freibeträge können in der Lohnsteuerkarte ohne Einschränkungen (ohne das Erreichen einer 600 Euro Grenze) eingetragen werden:

  • Handwerkleistungen im Haushalt: Für Handwerkerlohn, Fahrt- und Maschinenkosten (keine Materialkosten): Bis zu 4.800 Euro
  • Haushaltshilfe als 450 Euro Job: Bis 2.040 Euro
  • Haushaltshilfe selbständig oder angestellt: Bis zu 16.000 Euro
  • Hinterbliebenenpauschbetrag: 370 Euro
  • Behindertenpauschbetrag: Abhängig von dem Grad der Behinderung 310 – 3.700 Euro
  • Verlustvortrag: Ledige bis zu 1 Mio Euro / Ehepartner bis zu 2 Mio Euro

Lohnsteuerfreibetrag für Aufwendungen ab 600 Euro 

Die folgenden Freibeträge werden erst anerkannt, wenn eine 600 Euro Grenze erreicht ist.  Also nur, wenn die Summe Ihrer Werbungskosten aus nichtselbstständiger Arbeit, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art mehr als 600,00 Euro beträgt.  So müssen Sie z.B. 1.600 Euro Werbungskosten (Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro plus 600 Euro Antragsgrenze) vorweisen, damit der Freibetrag für Werbungskosten berücksichtigt wird.

Lohnsteuerfreibetrag 2018 für Werbungskosten

(nach Abzug der Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro und der Antragsgrenze von 600 Euro)

  • Fahrtkosten Arbeitsweg (Entfernungspauschale): Für jeden Kilometer der einfachen Entfernung zur Arbeit 0,30 Euro, maximal 4.500 Euro im Jahr. Kosten für öffentliche Verkehrsmittel mit Beleg.
  • Reisekosten: Nur die nicht vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzte Reisekosten. Für jeden gefahrenen Kilometer mit Pkw 0,30 Euro, mit Motorrad 0,20 Euro oder Kosten für öffentliche Verkehrsmittel.
  • Arbeitsmittel: Berufskleidung, Werkzeuge, Fachliteratur, Heimbüro-Einrichtung, etc. Übersteigen die Nettoanschaffungskosten 800 EUR, müssen die Arbeitsmittel auf die Nutzungsdauer verteilt werden.
  • Arbeitszimmer: Ein Arbeitszimmer, das sich außerhalb der Wohnung oder im Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen Tätigkeit befindet, können Sie unbegrenzt absetzen. Andernfalls zählt eine Begrenzung bis zu 1.250 Euro im Jahr.
  • Doppelte Haushaltsführung: Fahrten zwischen der Zweitwohnung und der Arbeitsstätte und Fahrkosten für eine Familienheimfahrt pro Woche (Entfernungspauschale), Verpflegungspauschale für die ersten drei Monate Für jeden Tag am Arbeitsort – 24 EUR/Tag, Tage der Heim- und Rückfahrten – 12 EUR/Tag. Kosten für die Garage.
  • Fortbildungskosten für Studenten, Ausbildung: Beruflich bedingte Fortbildung: Zweitausbildung / -studium, Promotion für die Erreichung des Doktortitels. Ausgaben für Fachliteratur, Lernmittel, Prüfungsgebühren…
  • Umzug: Pauschale für beruflich bedingten Umzug in 2015: 730 Euro für Ledige, 1.460 für Ehepartner, 322 Euro für Kinder

Lohnsteuerfreibetrag 2018 für Sonderausgaben

(nach Abzug von 36 Euro für Ledige / 72 Euro für Ehepaare)

  • Unterhalt für den Ex-Partner: Unterhaltsleitungen nach Scheidung / Trennung an Ex-Partner bis zu 13.805 EUR jährlich
  • Ausbildungskosten – Studenten, Auszubildende: Erste Berufsausbildung und Erststudium bis 6.000 EUR im Jahr
  • Kirchensteuer: Gezahlte Kirchensteuer (nicht aber Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer).
  • Kinderbetreuungskosten: Bis zu 2/3 der Kosten, maximal 4.000 Euro im Jahr für Kindergarten, Tagesmutter, etc. Für Kinder bis 14 Jahre, die im Haushalt leben oder Behinderte ohne Altersgrenze, wenn sie vor dem 25. Lebensjahr behindert waren.
  • Spenden an politische Parteien: Ledige bis zu 1.650 Euro / Ehepartner 3.300 Euro
  • Spenden für gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke: Bis zur Höhe von 20 Prozent der Gesamteinkünfte.
  • Schulgeld für Privatschule: Bis zu 5.000 Euro im Jahr, für jedes Kind 30 Prozent des Schulgeldes.

Tipp: Steuertipp für Studenten

Die Kosten Ihrer erstmaligen Berufsausbildung oder Ihres Erststudiums können Sie nicht als Werbungskosten abziehen, sondern bis zu dem Betrag von 6.000 Euro als Sonderausgaben geltend machen. Wenn sie im selben Jahr keine Einnahmen erzielen, gehen sie leer aus. Tipp: Sie sollten trotzdem immer versuchen Ihre Kosten als Werbungskosten durchzubringen! Wenn Sie keine Einnahmen während des Erststudiums erzielen, geben Sie trotzdem die Kosten der Erstausbildung als Werbungskosten in unbegrenzter Höhe an. Sie können als „vorweggenommene Werbungskosten“ zu steuerlich anerkannten Verlusten führen, die Sie auf Folgejahre übertragen lassen können.

 

Lohnsteuerfreibetrag 2018 für außergewöhnliche Belastungen

  • Ausbildungsfreibeträge: 924 Euro für volljährige Kinder, die nicht zu Hause wohnen. (Internat, Privatschule)
  • Krankheitskosten und Kurkosten
  • Behindertenpauschbetrag: 924 Euro
  • Hinterbliebenenpauschbetrag: 370 Euro
  • Unterhalt eines Angehörigen: Bis zu 8.354 Euro plus Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflegeversicherung

 

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