Kindergeld 2017 đŸ‘¶đŸ» Höhe, Kindergeldantrag, Kindergeldzuschlag beantragen

Lesen Sie, alle Fakten rund um das Kindergeld 2017, Kindergeldantrag, Kindergeld Höhe und Kindergeldzuschlag: Wer hat Anspruch? Wann wird gezahlt? Was darf das Kind hinzuverdienen?

Das Wichtigste:

  • 192 Euro monatlich bekommen Sie fĂŒr das erste Kind bis zu seinem 25. Lebensjahr.
  • Das Kindergeld bekommen: leibliche und adoptive Eltern, Pflegeeltern, Stief- und Großeltern.
  • Voraussetzung: Sie wohnen in Deutschland und haben einen Sorgerecht fĂŒr das Kind.
  • Nur fĂŒr 1 Person: Das Kindergeld kann immer nur einer Person ausgezahlt werden.
  • Bei GĂŒnstigerprĂŒfung entscheidet der Fiskus, ob Kinderfreibetrag oder Kindergeld besser ist.

Wichtig: Das sollten Sie tun:

  1. Als Geringverdiener können Sie einen zusÀtzlichen Kinderzuschlag von 170 Euro je Kind beantragen.
  2. Geben Sie den Kindergeldantrag vor der Geburt ab, so bekommen Sie das Geld frĂŒher ausgezahlt.
  3. RĂŒckwirkend können Sie das Kindergeld fĂŒr die letzten 4 Jahre beantragen.
  4. Nach dem Abitur muss ihr Kind ausbildungs- oder arbeitssuchend gemeldet sein.
  5. In der Erstausbildung kann ihr Kind unbegrenzt hinzuverdienen.
  6. WĂ€hrend der Zweitausbildung ist ein Job mit bis zu 20 Stunden / Woche erlaubt.

Kindergeld was ist das?

Kindergeld Höhe, Kindergeldantrag, Kindergeldzuschuß beantragen, Kindergeld beantragenn, Kindergeldzuschuß beantragenBis zum 18. Geburtstag ihres Kindes stehen Ihnen 192 Euro Kindergeld monatlich zu. In manchen FĂ€llen wird sogar bis zum 25 Lebensjahr gezahlt. Einen Anspruch auf das Kindergeld haben leibliche und adoptive Eltern, sowie Pflegeeltern, die in Deutschland wohnen und einen Sorgerecht auf das Kind haben. Eine Übertragung des Kindergeldes auf das andere Elternteil oder Stief- und Großeltern ist unter bestimmten UmstĂ€nden möglich. Das Kindergeld kann im Gegensatz zum Kinderfreibetrag, immer nur einer Person ausgezahlt werden.

Auf Antrag bei der Familienkasse erhalten Eltern monatlich fĂŒr die Kinder das Kindergeld ausgezahlt. Am Jahresende stellt das Finanzamt in einer GĂŒnstigerprĂŒfung fest, ob man mit einem Kinderfreibetrag bessere Steuerersparnisse erzielen könnte. Die gĂŒnstigere Variante wird bevorzugt, die Differenz zwischen der Einkommensteuerersparnis und dem ausgezahlten Kindergeld wird vom Finanzamt erstattet.

 

Kindergeld Höhe – Kindergeld 2017, 2018

Die Regierung beschloss am 12.10.2016 die Kindergeld Höhe in den Jahren 2017 und 2018 anzupassen. Das monatliche Kindergeld wird in den Jahren 2017 und 2018 um jeweils 2 Euro steigen. Das bedeutet fĂŒr das 1.und 2. Kind von 190 Euro auf 192 Euro in 2017 und 194 Euro in 2018; fĂŒr das 3. Kind von jetzt 196 Euro auf 198 Euro in 2017 und 200 Euro in 2018; fĂŒr das 4. und jedes weitere Kind von jetzt 221 Euro auf 223 Euro in 2017 und 225 Euro in 2018.

  • 2017: Erstes und zweites Kind: 192 €, drittes Kind: 198 €, viertes Kind: 223 € monatlich
  • 2018: 194 € / 200 € / 225 €

Kindergeldzuschlag

Geringverdiener können einen zusĂ€tzlichen Kinderzuschlag fĂŒr den Lebensunterhalt bei der Familienkasse beantragen. Der Kinderzuschlag erhöht sich zum 1. Januar 2017 um monatlich 10 Euro von 160 Euro auf 170 Euro je Kind.

Diesen Zuschlag erhalten Sie, wenn

  • die Kinder zuhause wohnen, wenn
  • ihnen das Kindergeld zusteht und wenn
  • Sie den Lebensunterhalt ihrer Kinder nicht finanzieren können und
  • Ihr Einkommen höher als 600 Euro fĂŒr Alleinerziehende, oder 900 Euro fĂŒr Ehepaare liegt. BerĂŒcksichtigt wird das Einkommen aus  aus Bruttolohn, Arbeitslosengeld 1 oder Krankengeld. Dazu zĂ€hlt nicht das Kindergeld oder Harz IV (Arbeitslosengeld 2)!

Wie kann man das Kindergeld beantragen?

Stellen Sie den Kindergeldantrag bei der Familienkasse, die in der zustĂ€ndigen Agentur fĂŒr Arbeit zu finden ist. Sind Sie im öffentlichen Dienst tĂ€tig, stellen Sie den Kindergeldantrag direkt bei ihrem Arbeitgeber. 

Den Kindergeldzuschlag mĂŒssen Sie bei der Familienkasse gesondert beantragen. Eine rĂŒckwirkende Nachzahlung fĂŒr den Kindergeldzuschlag ist nicht möglich.

Tipp: Wann sollten Sie den Antrag auf das Kindergeld stellen

Sie können den Antrag schon vor der Geburt des Kindes stellen. Der Antrag wird wirksam erst wenn die Geburtsurkunde des Kindes eingereicht wird. Je frĂŒher Sie jedoch Ihren Antrag einreichen, desto frĂŒher bekommen Sie Ihr Geld ĂŒberwiesen.

 

Was brauche ich fĂŒr den Kindergeldantrag?

Um das Kindergeld beantragen zu können, mĂŒssen Sie der Familienkasse die Steuer ID des Antragstellers und ihres Kindes mitteilen. Die Nummer wurde ihnen nach der Geburt des Kindes vom Bundeszentralamt fĂŒr Steuern mitgeteilt. Wenn die Nummer nicht auffindbar ist, können Sie die Steuer ID unter bzst.de anfordern.

Wichtig: Checkliste: Unterlagen fĂŒr den Kindergeldantrag

  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Steuer ID des Antragstellers und ihres Kindes
  • Schul- oder Ausbildungsbescheinigung fĂŒr volljĂ€hrige Kinder
  • Immatrikulationsbescheinigung fĂŒr Kinder im Studium
  • Behindertenausweis fĂŒr Kinder mit Behinderung

 

Formulare fĂŒr den Antrag auf Kindergeld

Wann wird das Kindergeld gezahlt?

Die Bearbeitung des Antrags dauert in der Regel 1 bis 1,5 Monate.

Das Kindergeld wird fĂŒr jeden Monat ausgezahlt, in dem mindestens fĂŒr einen Tag des Monats die Voraussetzungen erfĂŒllt waren. Ist ihr Kind also zum Beispiel am 30. April geboren, bekommen Sie fĂŒr den ganzen Monat April das Kindergeld ausgezahlt. Das Geld wird auch rĂŒckwirkend ausgezahlt.

Kindergeld Auszahlungstermine

Die monatlichen Auszahlungstermine fĂŒr das Kindergeld richten sich nach der letzten Ziffer der Kindergeldnummer. Endet also ihre Kindergeldnummer mit einer „1“ wird ihr Kindergeld am Monatsanfang ausgezahlt, die Endnummer „9“ erhĂ€lt die Überweisung am Monatsende.

Kindergeld Nachzahlung

Beantragen Sie das Kindergeld nachtrĂ€glich bei der Familienkasse, wenn das Finanzamt wĂ€hrend des Jahresabschlusses festgestellt, dass das Kindergeld gĂŒnstiger wĂ€re und den Kinderfreibetrag deswegen nicht ansetzt.  Sonst wĂŒrden Sie das Kindergeld ganz verlieren!

Das Kindergeld können Sie rĂŒckwirkend fĂŒr die letzten vier Jahre und das aktuell laufende Jahr beantragen.

Wer hat Anspruch auf Kindergeld?

Kindergeld bekommen nur Personen, die Sorgerecht und einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben und diese Voraussetzungen erfĂŒllen:

Leibliche Eltern und Adoptiveltern

Sie erhalten das Kindergeld, wenn Sie gegenĂŒber dem Kind unterhaltspflichtig sind. Als Eltern mit gemeinsamen Haushalt mĂŒssen Sie die Entscheidung treffen, wer von Ihnen das Kindergeld bekommt.

Elternteile (Leibliche und adoptive)

Wenn der andere Elternteil:

  • verstorben ist
  • im Ausland lebt
  • nicht bekannt ist
  • sein Aufenthalt unbekannt ist
  • mindestens zu 75 Prozent der Unterhaltspflicht nicht nachkommt.

Pflegeeltern

Wenn das Kind dauerhaft im Haushalt lebt.

Großeltern und Stiefeltern

Wenn die Großeltern und Stiefeltern gegenĂŒber dem Kind unterhaltspflichtig sind und das Kind dauerhaft in deren Haushalt lebt.

Was sind ZĂ€hlkinder?

Haben Sie Kinder aus einer frĂŒheren Beziehung, können Sie diese als „ZĂ€hlkinder“ nutzen. Auch wenn Sie kein Kindergeld fĂŒr sie bekommen, erhalten Sie eventuell mehr Geld fĂŒr die jĂŒngeren Kinder.

Kindergeld Altersgrenze 

Kinder bis 18 Jahren   

Alle Kinder unter 18 Jahren werden berĂŒcksichtigt

Kinder von 18 – 25 Jahren     

Kindergeld fĂŒr Studenten und in der Ausbildung

Sie bekommen Kindergeld fĂŒr ein Kind, wenn:

  • das Kind eine Berufsausbildung, Studium, Bundesfreiwilligendienst oder den Internationalen Jugendfreiwilligendienst absolviert.
  • sich das Kind in einer maximal 4 Monate langen Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsschnitten befindet. Dabei muss ihr Kind nachweisen, daß es arbeitslos ist.

Kindergeld nach Abitur

Wenn Ihr Kind noch kein Ausbildungsplatz gefunden hat, muss es sich unbedingt als Ausbildung Suchender bei der Agentur fĂŒr Arbeit melden. Nur in diesem Fall erhalten Sie ihren Anspruch auf das Kindergeld / Kinderfreibetrag. Wenn Ihr Kind als arbeitsuchend gemeldet ist, muss es alle drei Monate die Meldung wiederholen. Ansonsten verlieren Sie den Anspruch auf das Kindergeld / Kinderfreibetrag.

Tipp: Au Pair mit Sprachkurs

Wenn ihr Kind nach dem Schulabschluss im Ausland als Au-pair ihre Sprachkenntnisse festigen möchte, wird das Kindergeld nicht gezahlt. Besucht aber ihr Kind an mindestens 10 Stunden in der Woche einen Sprachkurs, wird es als Berufsausbildung anerkannt und das Kindergeld weitergezahlt.

Was darf man beim Kindergeld dazuverdienen?

WĂ€hrend der Erstausbildung ist die Wochenarbeitszeit nicht begrenzt.

WĂ€hrend einer Zweitausbildung oder eines Zweitstudiums ist ein Job mit bis zu 20 Stunden / Woche erlaubt. Ebenso ein geringfĂŒgiges BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnis oder AusbildungsdienstverhĂ€ltnis.

Kindergeld fĂŒr selbstĂ€ndige Kinder

Ein arbeitslos gemeldetes Kind darf 15 Stunden wöchentlich einer selbstĂ€ndigen BetĂ€tigung nachgehen, ohne dass Sie den Anspruch auf das Kindergeld verlieren. Es gilt auch, wenn die Verdienstgrenze fĂŒr Minijobber von 450 Euro nicht ĂŒberstiegen wird (BFH, Urteil v. 18.12.2014 – III R 9/14; veröffentlicht am 13.5.2015).

Kindergeld fĂŒr behinderte Kinder ab 18 Jahre 

FĂŒr Behinderte Kinder ab 18 bekommen Sie Kindergeld, wenn:

  • Erstens das Kind ist volljĂ€hrig und unfĂ€hig sich selbst finanziell zu unterhalten. Ausserdem ist die Behinderung ist vor seinem 25. Lebensjahr eingetreten.
  • Oder wenn das volljĂ€hrige Kind so schwer geistig behindert ist, daß er einem Etwicklungsstand einer minderjĂ€hrigen Person entspricht. Vorausgesetzt ist die Anerkennung eines PflegekindschaftverhĂ€ltnisses, das aus Aufsichts-, Betreuungs- und ErziehungsverhĂ€ltnis besteht (wie zwischen Eltern und ihren leiblichen Kindern).

 

Muss man Kindergeld in der SteuererklÀrung angeben?

Nur wer eine SteuerklĂ€rung abgibt, hat die Chance auf eine Vergleichsrechnung mit Kinderfreibetrag.  Das Finanzamt prĂŒft bei der SteuererklĂ€rung, ob die KinderfreibetrĂ€ge oder das Kindergeld steuerlich gĂŒnstiger sind. Das Finanzamt erstattet danach die Differenz. Das Kindergeld ist so berechnet, dass bei etwa 95 Prozent der Steuerpflichtigen kein Differenzausgleich nötig ist.

Tipp: Kinderbetreung

FĂŒr ihre Kinder, die unter 14 Jahre alt sind, können Sie bis zu 6.000 Euro im Jahr steuerlich geltend machen. Zwei Drittel davon, also maximal 4.000 Euro werden als Sonderausgaben berĂŒcksichtigt und bringen fĂŒr Sie eine Steuerersparnis.

 

Kindergeld Einkommensgrenze

Die KinderfreibetrĂ€ge (Kinderfreibetrag zusammen mit dem Freibetrag fĂŒr Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf) sind gĂŒnstiger als das Kindergeld ab diesem Grenzsteuersatz:

Top Thema: Ab diesem Einkommen lohnt sich ein Kinderfreibetrag ->

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