Allgemeines und besonderes Kirchgeld: Pflicht & Steuererklärung

Allgemeines und besonderes Kirchgeld in der Steuererklärung und Kirchgeld Pflicht

Das Wichtigste:

  • Das besondere Kirchgeld ist eine Erhebungsform der Kirchensteuer für  glaubensverschiedene Ehepartner.
  • Allgemeines Kirchgeld erheben manche Gemeinden von Kirchenmitgliedern mit Mindesteinkünften.
 

Was ist das Kirchgeld?

Kirchgeld

Besonderes Kirchgeld ist eine Erhebungsform der Kirchensteuer, die glaubensverschiedene Ehepartner betrifft, die sich zusammen veranlagen lassen. Die Abgabe beträgt je nach Einkommenshöhe zwischen 96 und 3.600 Euro im Jahr. Die Steuer können Sie nur durch einen Kirchenaustritt oder durch die Abwahl der Zusammenveranlagung umgehen.

Das allgemeine Kirchgeld ist eine Steuer zur ergänzenden Finanzierung kirchlicher Arbeit, die manche Gemeinden von volljährigen Kirchenmitgliedern mit Mindesteinkünften erheben. Die Beitragshöhe bewegt sich zwischen 5 und 120 Euro im Jahr.

Das besondere Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe 

Besonderes Kirchgeld Pflicht

Das besondere Kirchgeld ist eine Form der Kirchensteuer für glaubensverschiedene Ehepartner, die von der Kirchensteuer befreit sind. Das ist der Fall, wenn Sie als Hauptverdiener konfessionslos oder aus der Kirche austreten sind und ihr Ehegatte / Lebenspartner, der kein oder ein geringeres Einkommen hat, Kirchenmitglied bleibt.

Die Kirchenträger können in diesem Fall das besondere Kirchgeld von beiden Ehegatten im Rahmen der Einkommenssteuererklärung verlangen. Diese Abgabe wird wie normale Kirchensteuer im Einkommensteuerbescheid festgesetzt. Diese Steuer wird oft als Straf-Steuer oder „Heiden-Steuer“ gesehen, da auf diesem Wege die Kirchensteuer indirekt von Nicht-Kirchenmitgliedern abverlangt wird.

Top Thema: Ratgeber Kirchensteuer: Kirchensteuer Höhe, Kirchensteuer berechnen & Kirchensteuer absetzen ->

Wie hoch ist das besondere Kichgeld?

Wie wird Kirchgeld berechnet?

Diese Grundsätze gelten für die Berechnung von Kirchgeld:

  • Die Bemessungsgrundlage bildet das gemeinsame zu versteuernde Einkommen beider Ehepartner.
  • Die Kinderfreibeträge werden berücksichtigt und verringern die Steuerschuld.
  • Liegen die Einkünfte des gering-verdienenden, kirchensteuerpflichtigen Partners über dem Grundfreibetrag, ergibt sich sowohl die Kirchensteuer, als auch das besondere Kirchgeld. In diesem Fall erhebt die Kirche den höheren Betrag und rechnet den anderen an.
  • Sind ihre Einkünfte geringer als 750 Euro im Monat bzw. 9.000 Euro im Jahr, müssen Sie keine Lohnsteuer, keine Einkommensteuer und auch keine Kirchensteuer zahlen. Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner gilt der doppelte Grundfreibetrag in Höhe von 18.000 Euro (Stand 2018).

Kichgeldtabelle: Wieviel Kirchgeld muss ich bezahlen?

So hoch sind die Kirchgeld-Beiträge:

Gemeinsames zu versteuerndes Einkommen, abzgl. Kinderfribeträge in € Kirchgeld in €
0 – 29.999 0
30.000 – 37.499 96
37.500 – 49.999 156
50.000 – 74.999 276
62.500 – 74.999 396
75.000 – 87.499 540
87.500 – 99.999 696
100.000 -124.999 840
125.000 – 149.999 1.200
150.000 – 174.999 1.560
175.000 – 199.999 1.860
200.000 – 249.999 2.220
250.000 – 299.999 2.940
300.000 und mehr 3.600

 

Steuererklärung: Wenn Sie das besondere Kirchgeld nicht zahlen möchten

Diese Steuerabgabe können Sie nur durch einen Kirchenaustritt oder durch die Entscheidung für eine Einzelveranlagung (Abwahl der Zusammenveranlagung nach §26a Einkommensteuergesetz) vermeiden.

Top ThemaKirchenaustritt: Wie sie aus der Kirche austreten ->

Tipp: Einzelveranlagung beantragen

Setzen Sie auf der ersten Seite des Mantelbogens ihrer Steuererklärung in Zeile 24 ein Kreuz bei „Einzelveranlagung“. Die Entscheidung gilt dann für das beantragte Jahr. Die Einzelveranlagung kann nur dann beantragt werden, wenn der Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig wurde.

 

Das allgemeine Kirchgeld / Ortskirchensteuer

Im Gegensatz zum besonderen Kirchgeld, das eine Art der Kirchensteuer darstellt, ist das allgemeine Kirchgeld eine Steuer, die der ergänzenden Finanzierung kirchlicher Arbeit dient. Sie wird auch von Gemeindegliedern erhoben, die sowohl bereits eine Kirchensteuer bezahlen, und auch von denjenigen, die keine sonstige Kirchensteuer zahlen.

Allgemeines Kirchgeld Pflicht

Sie sind steuerpflichtig, wenn Sie ein volljähriges Kirchenmitglied sind und über Mindesteinkommen in Form von

  • Lohn,
  • Kapitalerträgen,
  • Vermietung oder Verpachtung,
  • familienrechtliche Unterhaltszahlungen,
  • Arbeitslosengeld,
  • Sozialhilfe,
  • BAföG,
  • Stipendium

verfügen.

Die Abgabe wird nur in bestimmten Regionen erhoben, z. Bsp.:

Rheinland-Pfalz:

  • die römisch-katholische Diözese Limburg
  • die Evangelischen Kirche im Rheinland
  • die Evangelische Kirche der Pfalz

Bayern

  • evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde

Berechnung

Die Beitragshöhe wird gestaffelt nach den Einkünften und Bezügen von der Gemeinde am Hauptwohnsitz des Kirchenmitglieds erhoben und beträgt zwischen 5 und 120 Euro im Jahr.

Bruttoeinkünfte / Beitragshöhe (in Euro)

  • 0 – 8.652:                                     0
  • 653 – 9.999:                                 5
  • 000 – 24.999:                    10 – 20
  • 000 – 39.999:                    25 – 40
  • 000 – 54.999:                    45 – 65
  • 000 – 69.999:                    70 – 95
  • 000 und mehr:               100 – 120

Sie werden als Kirchenmitglied meist persönlich durch ein Anschreiben über die Höhe der zu entrichtenden Beiträge und den Verwendungszweck informiert. Die Steuereinnahmen helfen der jeweiligen Ortsgemeinde.


Weitere Themen: