Samstag, 21. Januar 2017

Krankenkasse wechseln wegen Zusatzbeitrag 2017 | So gehen Sie vor!

Zur  Finanzierung finanzielle Engpässe steht den gesetzlichen Krankenkessen frei zusätzlich zum Krankenversicherungsbeitrag einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag zu erheben, die Versicherten dürfen nach Tariferhöhung die Krankenkasse wechseln. Der Zusatzbeitrag wird alleine vom Arbeitnehmer getragen. Durchschnittlich beträgt der Zusatzbeitragssatz in 2016 1,1 Prozent. Bei Erhöhung des Zusatzbeitrags haben sie einen Sonderkündigungsrecht bis zum 31. Januar. Nach der Kündigung, können Sie zum 1. April wechseln. Durch einen Wechsel zu einer günstigeren Kasse können Sie bis zu 860 Euro im Jahr sparen.


Auf einen Blick:


Zusatzbeitrag in der KrankenversicherungZusatzbeitrag, Krankenkasse wechseln

Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt in 2017 bei 14,6 Prozent. Die Kassen dürfen zur Finanzierung finanzieller Engpässe zusätzlich einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag festlegen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag beträgt in 2017 1,1 Prozent (gleich wie in 2016).

Seit dem 1. Januar 2015 bestimmen die gesetzlichen Krankenkassen die Höhe der Beiträge selbst. Die neue Regelung sieht vor, dass der allgemeine Beitrag zur Krankenversicherung durch einen Zusatzbeitrag erhöht werden kann. Gleichzeitig entfiel der Sonderbeitrag zur Finanzierung von Zahnersatz von 0,9 Prozent.

Krankenversicherungsbeiträge: Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil

Der Gesamtbeitrag in 2017 beträgt 14,6 % des Bruttolohns plus ein einkommensabhängiger Zusatzbeitrag (Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz in 2017 1,1 Prozent). Die Höhe des Zusatzbeitrags legt ihre Krankenkasse fest.

  • Arbeitnehmer:  7,3% + Zusatzbeitragsatz
  • Arbeitgeber:       7,3%

Den vorgeschriebenen allgemeinen Beitrag zur Krankenversicherung von 14,6 Prozent tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zum gleichen Teil, den Zusatzbeitrag müssen die Arbeitnehmer selbst übernehmen. Die Versicherten zahlen in 2016 die Beiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 4.237,50 Euro.

Top Thema: Krankenversicherung Beitrag – Beitragssatz, Beiträge ->

 

Zusatzbeitrag nach Personenkreisen

  • Arbeitnehmer: tragen den Zusatzbeitrag selbst,  der Arbeitgeber ist nicht beteiligt. Der Zusatzbeitrag wird auf der Basis des Bruttolohns berechnet.
  • Studenten und Auszubildende: Zahlen den gültigen Zusatzbeitrag, der auf der Basis des aktuellen BAföG-Satzes berechnet wird. Ab WS 2016/2017 beträgt der BAföG-Satz 649 Euro. Mehr: Studentische Krankenversicherung | Krankenversicherung für Studenten ->
  • Arbeitslosengeld: Den Zusatzbeitrag zahlt die Agentur für Arbeit.
  • Arbeitslosengeld II: Zahlen den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz, der vom Jobcenter getragen wird.

Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz

Statt des kassenindividuellen Zusatzbeitrags, ist bei Versicherten, deren Beiträge regelmäßig von Dritten getragen werden, der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz anzuwenden (§ 242a SGB V). Der durchschnittliche Zusatzbeitrag beträgt in 2017 1,1 Prozent.

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wird bei diesen Personen angewendet:

  • Auszubildende bis zu einem Bruttolohn von 325 Euro im Monat
  • Auszubildende, die in einer außerbetrieblichen Einrichtung ausgebildet werden
  • Personen, die ein freiwilliges soziales / ökologisches Jahr leisten
  • Personen, die Wehrdienst leisten
  • Behinderte Menschen in Werkstätten, etc.
  • Personen, die in Einrichtungen der Jugendhilfe für eine Erwerbstätigkeit befähigt werden sollen.

Krankenkasse wechseln und sparen

Tipp: Ein Wechsel lohnt sich!

Bei einem Wechsel der Krankenkasse können Sie bis zu 864 Euro im Jahr sparen, ohne dabei schlechtere Leistungen der Kasse in Kauf nehmen zu müssen, denn etwa 95 Prozent der Leistungen sind bei allen Kassen gleich.

Die aktuellen Beitragssätze liegen in 2016 zwischen 14,6  und 16,3 Prozent. Lediglich eine regional geöffnete Krankenkasse, die Metzinger Betriebskrankenkasse, erhebt seit dem 1. Januar 2016 noch keinen Zusatzbeitrag. Den geringsten Zusatzbeitrag der bundesweiten Kassen erhebt die hkk mit 0,59 Prozent, der höchste Beitrag mit 1,7 Prozent wird durch die Viactiv BKK erhoben.

Die Pflichtleistungen der Kassen sind gesetzlich vorgeschrieben. Die kassenidividuellen Leistungen nehmen ca. 5 Prozent des Leistungsvolumens ein, etwa 95 Prozent der Leistungen sind bei allen Kassen gleich. Die Versicherten können daher bei einem Wechsel der Krankenkasse bis zu 864 Euro im Jahr sparen, ohne dabei schlechter versorgt werden zu müssen.

Praxisbeispiel Zusatzbeitrag: So viel sparen Sie, wenn Sie die Krankenkasse wechseln

Vergleich der höchsten und niedrigsten Kassenbeiträge der deutschen Krankenkassen in 2016

Die Metzinger Betriebskrankenkasse, erhebt seit dem 1. Januar 2016 noch keinen Zusatzbeitrag, der höchste Beitrag mit 1,7 Prozent wird durch die Viactiv BKK erhoben.

Fall 1: Bruttolohn: 4.237,50 Euro (entspricht der Beitragsbemessungsgrenze)   
  • Ihr alter Kassenbeitragssatz bei Viactiv: 16,3 %
  • Ihr neuer Kassenbeitragssatz bei Metzinger BKK: 14,6 %
  • Arbeitnehmeranteil: 7,3% + 1,7% Zusatzbeitrag
  • Ihr Beitrag bei der alten Kasse: 381,37 €
  • Ihr Beitrag bei der alten Kasse: 309,33 €
  • Ersparnis pro Monat: 72,04 €
  • Ersparnis pro Jahr: 864,48 €

Bei einem Bruttolohn von 4.237 Euro im Monat spart ein Arbeitnehmer bei einem Wechsel von der Kasse Viactiv: die 16,3 %  Prozent Gesamtbeitrag verlangt, zu  Metzinger BKK, die nur 14,6 % nimmt, spart der Versicherte 75,04 Euro im Monat oder 864,48 Euro im Jahr. (Bruttolohn von 4.237 Euro entspricht der Beitragsbemessungsgrenze).

Fall 2: Bruttolohn: 2.000 Euro
  • Ihr alter Kassenbeitragssatz bei Viactiv: 16,3 %
  • Ihr neuer Kassenbeitragssatz: 14,6 % bei Metzinger BKK
  • Arbeitnehmeranteil: 7,3% + 1,7% Zusatzbeitrag
  • Ihr Beitrag bei der alten Kasse: 214,32 €
  • Ihr Beitrag bei der alten Kasse: 146 €
  • Ersparnis pro Monat: 68,32 €
  • Ersparnis pro Jahr: 819,84 €

Bei einem Bruttolohn von 2.000 Euro im Monat spart ein Arbeitnehmer bei einem Wechsel von der Kasse Viactiv: die 16,3 %  Prozent Gesamtbeitrag verlangt, zu  Metzinger BKK, die nur 14,6 % nimmt, spart der Versicherte 68,32 Euro im Monat oder 819,84 Euro im Jahr.

Kündigung und Wechsel der Krankenkasse

Sonderkündigungsrecht

Grundsätzlich besteht für alle Versicherten ein Sonderkündigungsrecht der Mitgliedschaft, falls die Kasse einen neuen Zusatzbeitrag erhebt (§ 175 SGB V ). Die außerordentliche Kündigung der Mitgliedschaft muss bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den der Zusatzbeitrag zuerst erhoben oder erhöht wird. Die Kündigung wird zum zweiten auf die Kündigung folgenden Monat wirksam.

Die Krankenkasse ist verpflichtet, Sie ein Monat vor der Erhöhung des Zusatzbeitrags auf das Sonderkündigungsrecht hinzuweisen. Wird bei der Tariferhöhung der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz (nach § 242a SGB V)  überschritten, muss Sie ihre Kasse, auf die Möglichkeit hinweisen, in eine günstigere Krankenkasse zu wechseln. Verspätet sich die Kasse mit ihrer Informationspflicht über die Erhöhung des Zusatzbeitrags, verschiebt sich die Frist für die Einreichung der Sonderkündigung dementsprechend.

Sind Sie bereits seit 18 Monaten bei derselben Kasse, steht Ihnen die eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende zu.

Die Anpassungen der Zusatzbeiträge werden von den meisten Kassen zum 1. Januar vorgenommen. Im Dezember zuvor informieren die Kassen über die bevorstehende Tariferhöhung. Wenn sie  also bis zum 31. Januar bei der bisherigen Kasse kündigen, können Sie zum 1. April in eine andere Krankenkasse wechseln. Bis dahin müssen Sie den erhöhten Zuschlag zahlen.

Der zeitliche Ablauf in der Praxis:

  • 1. Dezember: Die Krankenkasse informiert über die bevorstehende Tariferhöhung
  • 1. Januar: Der Zusatzbeitrag wird erhöht
  • 31. Januar: Der Versicherte kündigt bis zum 31. Januar bei der bisherigen Kasse
  • 1. April: Der Versicherte wechselt in eine andere Krankenkasse

Tipp: So gehen Sie bei der Kündigung vor:

Reichen Sie den Mitgliedsantrag und die Kündigungsbestätigung der alten Kasse bei der neuen Kasse ein. Reichen Sie umgehend die Mitgliedsbescheinung der neuen Kasse bei Ihrem Arbeitgeber ein.


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Vergleich Krankenkassen Zusatzbeiträge

Der GKV-Spitzenverband veröffentlicht eine aktuelle Übersicht der Zusatzbeitragssätze der Krankenkassen nach § 242 Abs. 5 SGB V.

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Weitere Themen:

 

Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung – Krankenkasse wechseln und sparen – Praxisbeispiel Zusatzbeitrag: So viel können Sie sparen, wenn Sie die Krankenkasse wechseln – Krankenversicherungsbeiträge: Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil – Zusatzbeitrag nach Personenkreisen – Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz – Tipps zur Kündigung und Wechsel der Krankenkasse

 

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