Samstag, 21. Januar 2017

Meldung zur Sozialversicherung | Meldegrund | Sofortmeldung

Alle Arbeitgeber müssen die Pflege-, und Krankenkassen, die Rentenversicherungsträger und die Bundesagentur für Arbeit über die, bei ihnen beschäftigten Arbeitnehmer informieren, indem sie eine Meldung zur Sozialversicherung (in manchen Branchen eine Sofortmeldung), sowie Jahresmeldung und Meldebescheinigung übermitteln. Die Betriebsnummer des Beschäftigungsbetriebs muss auf jeder Meldung zur eindeutigen Identifikation angegeben werden. Die Meldungen und Beitragsnachweise werden durch Datenübertragung aus systemgeprüften Entgeltabrechnungsprogrammen oder mittels maschinell erstellten Ausfüllhilfen an die Datenannahmestellen der Krankenkassen übermittelt.


Auf einen Blick:


Einzugstellen

Pflichtversicherte und freiwillig Versicherte

Pflichtversicherte und freiwillig Versicherte werden an der zuständigen Krankenkasse angemeldet. Wenn der Arbeitnehmer nicht innerhalb von 14 Tagen nach Beginn der Beschäftigung eine zuständige Krankenkasse angibt, ist er bei der bisherigen Krankenkasse anzumelden. Wenn es keine „letzte Krankenkasse“ gab, wählt der Arbeitgeber eine beliebige aus.

Privat Krankenversicherte

Privat Krankenversicherte werden bei einer gesetzlichen Krankenkasse nach Wahl angemeldet.

Geringfügig Beschäftigte

Für Geringfügig Beschäftigte ist die Minijobzentrale – Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Cottbus zuständig.

Jahresmeldung

Spätestens bis zum 15. Februar erhalten sie von ihrem Arbeitgeber die Jahresmeldung zur Sozialversicherung für das Vorjahr. Die Jahresmeldung bestätigt Ihr Bruttoverdienst im Vorjahr und enthält wichtige Daten, aus denen die spätere Rente berechnet wird.

Meldebescheinigung

Zum Ende Ihres Arbeitsverhältnisses und zum Jahresende ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet eine Meldung zur Sozialversicherung abzugeben. Der Mitarbeiter erhält eine Kopie davon: Die Meldebescheinigung zur Sozialversicherung ->.

Meldegrund für die Meldung zur SozialversicherungMeldung zur Sozialversicherung, Sofortmeldung, Meldebescheinigung

Die Meldepflichten der Arbeitgeber an die Sozialversicherungsträger sind in den §§ 28 a bis 28 r SGB IV geregelt. Hierbei handelt es sich vor allem um die Anmeldung:

  • Des Beginns und Ende einer versicherungspflichtigen Beschäftigung,
  • Einer Alterszeitarbeit
  • Einer Berufsausbildung
  • Insolvenz
  • Auflösung des Arbeitsverhältnisses
  • Änderung der Namen
  • Änderung der Staatsangehörigkeit
  • Änderung der Beitragspflicht
  • Wechsel der Krankenkasse
  • Unterbrechung der Beschäftigung.

Sofortmeldung

In ausgewählten Branchen ist zur besseren Bekämpfung der Schwarzarbeit zusätzlich eine Sofortmeldung vor Beginn der Beschäftigung durchzuführen.

Meldung zur Sozialversicherung, Sofortmeldung, MeldebescheinigungDer Arbeitgeber übermittelt per Internet den Namen und die Versicherungsnummer des Arbeitnehmers, die Betriebsnummer und den Tag der Arbeitsaufnahme an die DRV. Diese Daten stehen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FSK) zur Verfügung.

Eine Sofortmeldung muss für folgende Gewerbe erfolgen:

  • Baugewerbe
  • Gastgewerbe
  • Personenbeförderung
  • Transport- und Logistikgewerbe
  • Schaustellergewerbe
  • Forstwirtschaft
  • Gebäudereinigungsgewerbe
  • Messebau
  • Fleischwirtschaft

 

 

Meldung zur Sozialversicherung bei Beginn und Ende der Beschäftigung

Der Arbeitgeber ist verpflichtet mit der ersten Lohnabrechnung / Gehaltsabrechnung den Arbeitnehmer bei der zuständigen Krankenkasse anzumelden. Für Mitarbeiter, die noch keinen Sozialversicherungsausweis besitzen, beantragt die Kasse mit der Anmeldung der Beschäftigung einen neuen Ausweis beim Rentenversicherungsträger. Ein Ende der Beschäftigung wird ebenfalls gemeldet (§§ 28 a bis 28 r SGB IV).

Die Meldung zur Sozialversicherung muss seit dem 1.1.2006 elektronisch erfolgen: Dazu eignen sich zugelassene Lohn- und Gehaltabrechnungsprogramme oder zugelassene Ausfüllhilfen. Eine Ausfüllhilfe ermöglich eine elektronische Übermittlung manuell erfasster Meldungen und Beitragsnachweisen. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten eine kostenlose Ausfüllhilfe sv.net an. Eine Alternative für die Durchführung des Meldeverfahrens bietet die Lohnabrechnung über ein Buchhaltungsservice oder Steuerberater an. Die Anmeldefrist endet 6 Wochen nach Beginn der Beschäftigung.

Unterbrechung der Beschäftigung

Eine Unterbrechung einer Beschäftigung ohne Entgeltfortzahlung muss angemeldet werden, wenn die Unterbrechung länger als ein Monat dauert. Besonders wichtig ist diese Meldung für die Anrechnung der Rentenversicherung: Volle Kalendermonate für die keine Beiträge bezahlt wurden, werden aus dem Rentenkonto herausgenommen.

Die Mitgliedschaft bei der Krankenversicherung bleibt bestehen, auch wenn die Unterbrechung länger als ein Monat dauert, wenn der Arbeitnehmer folgende Gründe für die Unterbrechung hat:

  • Krankengeld
  • Mutterschaftsgeld
  • Erziehungsgeld
  • Elternzeit
  • Wehr-, Zivildienst
  • Rechtmäßiger Streik

In diesem Fall muss der Beginn der Unterbrechung gemeldet werden (Frist: spätestens 14 Tage nach Beginn der Unterbrechung), das Ende der Unterbrechung wird nicht gemeldet.

Unbezahlter Urlaub, unerlaubter Streik, oder unentschuldigtes Fehlen sind Zeiten der Unterbrechung ohne Entgeltfortzahlung. Unterbricht der Arbeitnehmer aus diesen Gründen seine Beschäftigung für länger als ein Monat, endet die Versicherungspflicht und der Arbeitnehmer ist bei der Krankenkasse abzumelden.

Praxisbeispiel: Unterbrechung wegen Krankheit

Herr Meyer ist seit dem 1. Mai zwei Monate krankgeschrieben. In den ersten sechs Wochen bekam er von seinem Arbeitgeber sein Gehalt weitergezahlt (Lohnfortzahlung). Seit dem 13. Juni bekommt er Krankengeld ausgezahlt. Was muss an die Krankenkasse gemeldet werden?

Lösung:

Die Krankenkasse erhält vom Arbeitgeber für den Zeitraum 1.1. bis 12.6. eine Unterbrechungsmeldung.

Schüssel und Fristen für die Meldegründe

Liegen mehrere Meldegründe vor, verwenden Sie den niedrigsten Schlüssel.

Anmeldungen

  • 10 – Anmeldung wegen Beginn einer Beschäftigung – Frist: Die Anmeldefrist endet 6 Wochen nach Beginn der Beschäftigung.
  • 11 – Anmeldung wegen Krankenkassenwechsel
  • 12 – Anmeldung wegen Beitragsgruppenwechsel
  • 13 – Anmeldung wegen sonstiger Gründe – Änderungen im Beschäftigungsverhältnis
  • 20 – Sofortmeldung bei Aufnahme einer Beschäftigung nach § 28a Absatz 4 SGB IV – Frist: vor Beginn der Beschäftigung

Abmeldungen

  • 30 – Abmeldung wegen Ende einer Beschäftigung – Frist: Die Anmeldefrist endet 6 Wochen nach Beginn der Beschäftigung.
  • 31 – Abmeldung wegen Krankenkassenwechsel
  • 32 – Abmeldung wegen Beitragsgruppenwechsel
  • 33 – Abmeldung wegen sonstiger Gründe/Änderungen im Beschäftigungsverhältnis
  • 34 – Abmeldung wegen Ende des Fortbestehens eines sozialversicherungsrechtlichen Beschäftigungsverhältnisses nach § 7 Abs. 3 Satz 1 SGB IV
  • 35 – Abmeldung wegen Arbeitskampf von länger als einem Monat
  • 36 – Abmeldung wegen Wechsel des Entgeltabrechnungssystems  oder Währungsumstellung während eines Kalenderjahres
  • 40 – Gleichzeitige An- und Abmeldung wegen Ende der Beschäftigung
  • 49 – Abmeldung wegen Tod

Änderungsmeldungen

  • 60 – Änderung des Namens des Beschäftigten. Frist: Nächste Abrechnung, spätestens 6 Wochen nach Änderung. Separate Meldungen nicht erforderlich, aber möglich.
  • 61 – Änderung der Anschrift des Beschäftigten. Frist: Nächste Abrechnung, spätestens 6 Wochen nach Änderung. Separate Meldungen nicht erforderlich, aber möglich.
  • 62 – Änderung des Aktenzeichens / der Personalnummer des Beschäftigten (optional). Keine Frist – freiwillig.
  • 63 – Änderung der Staatsangehörigkeit des Beschäftigten. Frist: Nächste Abrechnung, spätestens 6 Wochen nach Änderung. Separate Meldungen nicht erforderlich, aber möglich.

Jahresmeldungen/ Unterbrechungsmeldungen/ sonstige Entgeltmeldungen

  • 50 – Jahresmeldung
  • 51 – Unterbrechungsmeldung wegen Bezug von bzw. Anspruch auf Entgeltersatzleistungen – Frist: spätestens 14 Tage nach Beginn der Unterbrechung
  • 52 – Unterbrechungsmeldung wegen Elternzeit – Frist: spätestens 14 Tage nach Beginn der Unterbrechung
  • 53 – Unterbrechungsmeldung wegen gesetzlicher Dienstpflicht oder freiwilligem Wehrdienst – Frist: spätestens 14 Tage nach Beginn der Unterbrechung
  • 54 – Meldung von einmalig gezahltem Arbeitsentgelt (Sondermeldung)
  • 55 – Meldung von nicht vereinbarungsgemäß verwendetem Wertguthaben (Störfall)
  • 56 – Meldung des Unterschiedsbetrags bei Entgeltersatzleistungen während Altersteilzeitarbeit
  • 57 – Gesonderte Meldung nach § 194 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VI)
  • 58 – GKV-Monatsmeldung (Meldezeiträume ab 01.01.2012)
  • 92 – UV-Jahresmeldung (Gültig ab 01.01.2016)

Meldungen in Insolvenzfällen

  • 70 – Jahresmeldung für freigestellte Beschäftigte
  • 71 – Meldung des Vortages der Insolvenz / der Freistellung
  • 72 – Entgeltmeldung zum rechtlichen Ende der Beschäftigung

Bei Weiterbeschäftigung nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder Abweisung mangels Masse:

  • 30 – Abmeldung, wenn neue Betriebsnummer verwendet wird.
  • 33 – Abmeldung, wenn bisherige Betriebsnummer weiter verwendet wird.
  • 10 – Anmeldung, wenn neue Betriebsnummer verwendet wird.
  • 13 – Anmeldung, wenn bisherige Betriebsnummer weiter verwendet wird.

Tätigkeitsschlüssel – Personengruppen nach der DEÜV

Der dreistellige Personengruppenschlüssel dokumentiert die Besonderheiten der Beschäftigung, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Versichertengruppe, sowie Informationen über die Art der Beschäftigung.

  • 101 – ist grundsätzlich zu verwenden.
  • 109 – Geringfügig entlohnte Beschäftigte – hat immer Vorrang
  • 110 – Kurzfristig Beschäftigte – hat immer Vorrang

Hat das Beschäftigungsverhältnis besondere Merkmale ist ein entsprechender Personengruppenschlüssel zu verwenden.

Beitragsgruppenschlüssel – Beitragsgruppen nach der DEÜV

Der Beitragsgruppenschlüssel besteht aus vier Ziffern, die in der Reihenfolge Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung die jeweils zutreffende Ziffer angeben.

Krankenversicherung

  • 0 – kein Beitrag
    1 – allgemeiner Beitrag
  • 2 – erhöhter Beitrag
  • 3 – ermäßigter Beitrag
  • 4 – Beitrag zur landwirtschaftlichen KV
  • 5 – Arbeitgeberbeitrag zur landwirtschaftlichen KV
  • 6 – Pauschalbeitrag für geringfügig Beschäftigte
  • 9 – Firmenzahler (Beitrag wird für freiwillig Versicherte abgeführt)

Rentenversicherung

  • 0 – kein Beitrag
    1 – voller Beitrag
  • 3 – halber Beitrag
  • 5 – Pauschalbeitrag für geringfügig Beschäftigte

Arbeitslosenversicherung

  • 0 – kein Beitrag
  • 1 – voller Beitrag
  • 2 – halber Beitrag

Pflegeversicherung

  • 0 – kein Beitrag
  • 1 – voller Beitrag
  • 2 – halber Beitrag

 

Weitere Artikel:

 

Meldung zur Sozialversicherung: Einzugstellen, Meldebescheinigung für die Jahresmeldung, Sofortmeldung, Meldung bei Beginn und Ende der Beschäftigung, Meldebescheinigung am Ende der Beschäftigung, Unterbrechung der Beschäftigung, Praxisbeispiel: Unterbrechung wegen Krankheit, Meldegrund: Schüssel und Fristen für die Meldegründe, Sofortmeldung, Tätigkeitsschlüssel – Personengruppen für die Meldung zur Sozialversicherung nach der DEÜV, Beitragsgruppenschlüssel – Beitragsgruppen für die Meldung zur Sozialversicherung nach der DEÜV




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