Dienstag, 21. Februar 2017

Arbeitslosengeld Anspruch und Arbeitslosengeld Dauer

Wer bekommt Arbeitslosengeld und wie lange: lesen Sie alle Fakten zum Arbeitslosengeld Anspruch und Arbeitslosengeld Dauer.

Das Wichtigste:

  • Arbeitslosengeld Anspruch hängt von Ihrem Alter ab und davon, wie lange Sie gearbeitet haben.
  • Dauer: Wenn Sie in den letzten 2 Jahren mindestens 12 Monate beitragspflichtig beschäftigt waren, steht Ihnen 6 Monate Arbeitslosengeld zu.
  • Maximale Dauer: Nach 24 Monate langen Beschäftigung bekommen Sie 12 Monate lang Geld.
  • Alter: Bis zu ihrem 50. Geburtstag beträgt die maximale Bezugsdauer 12 Monate. Ab dem 50 Lebensjahr können Sie bis zu 24 Monate lang Arbeitslosengeld beziehen.
  • Sperrzeit: Die Arbeitsagentur kann u.U. die Bezugsdauer verkürzen.

Tipp: Das sollten Sie tun:

  1. Melden Sie sich rechtzeitig arbeitssuchend und arbeitslos und beantragen das Arbeitslosengeld.
  2. Prüfen Sie, ob sich eine spätere Anmeldung lohnt., wenn Sie bald den 50-ten, 55-ten oder 58-ten Geburtstag feiern.
  3. Prüfen Sie, ob Sie Restansprüche haben, wenn Sie in den letzten 5 Jahren schon arbeitslos waren.
  4. Vermeiden Sie Kürzung des Arbeitslosengeldes (Eigenkündigung, Aufhebungsvertrag, zu späte Anmeldung)

Inhalt:


Wer hat Arbeitslosengeldanspruch?

Anspruch auf Arbeitslosengeld haben Arbeitnehmer, die arbeitslos sind oder an einer beruflichen Weiterbildung teilnehmen. Arbeitslos ist wer in keinem Beschäftigungsverhältnis steht, sich selbst bemüht diesen Zustand zu verändern und den Vermittlungsangeboten der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht. Der Arbeitslosengeldanspruch endet mit der Vollendung des 65-ten Lebensjahrs.

Wenn Sie ihre Kündigung erhalten, sollten Sie sich umgehend persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Ihre Anmeldung muss spätestens 3 Monate bevor Sie arbeitslos werden erfolgen. Bei einer kurzfristigen Kündigung  reichen 3 Tage nach der Kündigung aus.  Halten Sie die Anmeldefrist nicht ein, wird ihnen das Arbeitslosengeld für eine Woche gesperrt.

Wie hoch wird ihr Arbeitslosengeld

Die Höhe des Arbeitslosengeld 1 beträgt 60 Prozent (mit Kind 67 Prozent) des durchschnittlichen pauschalierten Nettogehalts der letzten 12 Monate.

Top Thema: Arbeitslosengeld berechnen mit dem Arbeitslosengeldrechner ALG1 Rechner ->

Wer bekommt Arbeitslosengeld?

Um das Arbeitslosengeld 1 bekommen zu können, müssen Sie:

  • arbeitslos sein
  • sich persönlich arbeitslos gemeldet haben (bei der Agentur für Arbeit)
  • in den letzten 2 Jahren mind. 12 Monate als Arbeitnehmer gearbeitet haben.

Top Thema: Arbeitslosengeld beantragen – Antrag auf Arbeitslosengeld 1 ->

Wie lange müssen Sie gearbeitet haben?

Um einen Anspruch auf das Arbeitslosengeld 1 zu bekommen, müssen Sie in den vergangenen 24 Monaten eine versicherungspflichtige Beschäftigung von mindestens 12 Monaten ausgeübt haben (sog. Anwartschaftszeit). Ausserdem dürfen Sie im letzten Jahr nicht mehr als 150 Tage gefehlt haben ( § 147 SGB III).

Für den Anspruch auf das Arbeitslosengeld besteht eine Verjährungsfrist von vier Jahren. Somit kann nach Ablauf von mehr als 4 Jahren seit der Entstehung des Anspruchs auf das Arbeitslosengeld, der Anspruch nicht geltend gemacht werden.

 

Wie lange wird das Arbeitslosengeld gezahlt?

Wie lange Sie Arbeitslosengeld 1 bekommen, hängt von Ihrem Alter und davon, wie lange Sie vorher als Arbeitnehmer gearbeitet haben.

Haben Sie in den letzten zwei Jahren 12 Monate lang als Arbeitnehmer versicherungspflichtig gearbeitet, steht ihnen für 6 Monate das Arbeitslosengeld zu. Bei einer 16 Monate langen Beschäftigung, bekommen Sie 8 Monate lang Geld. Wenn Sie während der gesamten Rahmenzeit von 2 Jahren als Arbeitnehmer angestellt waren, haben Sie Anspruch auf 12 Monate Arbeitslosengeld.

Unter 50 Jahre bekommen Sie höchstens 12 Monate lang Arbeitslosengeld ausgezahlt. Für ältere Arbeitslose ab 50 gibt es eine verlängerte Bezugsdauer.

So lange müssen Sie  gearbeitet haben (beitragspflichtig) So lange  wird das Arbeitslosengeld gezahlt
12 Monate 6 Monate
16 Monate 8 Monate
20 Monate 10 Monate
24 Monate 12 Monate

 

Verlängerung der Arbeitslosengeld Dauer

Wichtig: So können Sie die Arbeitslosengeld Dauer verlängern!

Werden Sie innerhalb der letzten 5 Jahre arbeitslos waren und ihre vorherige Bezugsdauer nicht voll ausgeschöpft haben, bekommen Sie ihre Restansprüche angerechnet. Die neue Bezugsdauer wird um die Restansprüche bis zur maximalen Höchstdauer aufgestockt. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt für die nächsten 5 Jahre gültig. Das bedeutet, dass Sie in den nächsten 5 Jahren ihren nicht verbrauchten Anspruch nutzen können.

 


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Arbeitslosengeld Anspruch für Ältere 

Mit ihrem 50-ten Geburtstag verlängert sich die Bezugsdauer auf 15 Monate, wenn Sie davor 30 Monate in einem Arbeitnehmerverhältnis gestanden haben.  Ab ihrem 55-ten Lebensjahr und 36 Monaten Beschäftigungszeit steigt die Anspruchsdauer auf 18 Monate, ab dem 58-ten Lebensjahr mit mindestens 4 Jahre beitragspflichtigen Beschäftigung bekommen Sie das Arbeitslosengeld für 24 Monate zugesprochen.

Mit dem 66-ten Geburtstag endet Ihr Anspruch auf das Arbeitslosengeld.

Ihr Alter
So lange müssen Sie  gearbeitet haben (beitragspflichtig)
So lange  wird das ALG1 gezahlt
Ab 50 30 Monate 15 Monate
Ab 55 36 Monate 18 Monate
Ab 58 48 Monate 24 Monate
Ab 66 kein ALG 1

 

Tipp: ALG 1 erst nach dem Geburtstag beantragen

Überlegen Sie genau, wann Sie das Arbeitslosengeld beantragen: Wenn Sie kurz vor Ihrem 50ten, 55ten oder 58ten Geburtstag stehen, könnte es sich lohnen den Antrag wegen der längeren Bezugsdauer erst nach dem Geburtstag zu stellen.

 

 

Verkürzung der Arbeitslosengeld Dauer

Die Arbeitsagentur kann unter bestimmten Umständen eine Sperrzeit verhängen und damit ihre Anspruchsdauer kürzen (§ 159 SGB III). Die Sperrzeit wird von der Bezugsdauer abgezogen – sie verlieren also für diese Zeit den Anspruch auf ihr Arbeitslosengeld.

Eine Sperrzeit droht ihnen, wenn Sie:

  • sich zu spät arbeitssuchend gemeldet haben – Sperre: 1 Woche
  • sich nicht ausreichend um die Arbeitssuche bemühen – Sperre: 2 Wochen
  • eine Arbeit / Eingliederungsmaßnahme ablehnen – Sperre: 1. Verstoß: 3 Wochen / 2. Verstoß: 6 Wochen / dann 12 Wochen
  • selbst gekündigt haben – Sperre: 12 Wochen
  • aus ihrem Verschulden gekündigt wurden – Sperre: 12 Wochen
  • Bei Aufhebungsvertrag – Sperre: 12 Wochen

 

Arbeitslosengeldanspruch nach Eigenkündigung

Haben Sie Ihr Arbeitsverhältnis selbst gekündigt, müssen Sie mit bis zu zwölf Wochen Arbeitslosengeld-Minderung (Sperre) rechnen. Die Sperre verkürzt sich auf drei (bzw. sechs) Wochen, wenn das Arbeitsverhältnis sowieso im Zeitraum von sechs (bzw. zwölf) Wochen geendet hätte. Wenn die Sperre einen besonderen Härtefall verursachen würde, wird sie ebenfalls verkürzt (§ 159 SGB III).

Wichtig: Dauer der ALG 1 Sperre

Die Dauer der Sperrzeit darf nicht kleiner als ein Viertel der Anspruchsdauer auf das Arbeitslosengeld. Somit kann bei einer ALG-Bezugsdauer von 24 Monaten die Sperre bis zu sechs Monaten betragen.

 

Nur wenn Sie einen wichtigen Grund vorwiesen, können Sie eine Arbeitslosengeld-Sperre vermeiden:

  • Burn Out – mit einem medizinischen Gutachten, wird eine Eigenkündigung wegen Überforderung ohne eine Sperre akzeptiert.
  • Gründung eines gemeinsamen Haushalts mit ihrem Ehegatten: Wenn Sie mit Ihrem Ehe- / Lebenspartner in eine gemeinsame Wohnung umziehen, bekommen Sie trotz Eigenkündigung keine Sperre verhängt. Anders ist es, wenn Sie ohne Kinder mit Ihrem Freund zusammenziehen wollen, hier spielt der Gesetzgeber nicht mehr mit.
  • Gründung einer Erziehungsgemeinschaft: Wenn Sie mit ihrem Freund zusammenziehen, um im gemeinsamen Haushalt ihre Kinder zu erziehen.
  • Wenn ihr Arbeitgeber zu wenig oder unpünktlich gezahlt hatte
  • Wenn Sie feste Zusage für eine neue Stelle hatten, wird eine Eigenkündigung ohne Sperre akzeptiert, auch, wenn es später mit dem Arbeitswechsel nicht klappt.

Arbeitslosengeldanspruch bei Aufhebungsvertrag

Mit einem Aufhebungsvertrag wird im gemeinsamen Einverständnis zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer die Beendigung des Arbeitsverhältnisses geregelt. Ein Aufhebungsvertrag kann eine Sperre des Arbeitslosengeldes von bis zu 12 Wochen bedeuten (§ 159 Abs. 1 Nr. 1 SGB III).

Wichtig:

Nur wenn Sie nachweisen können, dass Sie ohnehin eine betriebsbedingte Kündigung bekommen hätten, wird ihr Arbeitslosengeld nicht gemindert.

 

Arbeitslosengeldanspruch nach Ausbildung

Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder nach einer abgebrochenen Berufsausbildung, die mindestens für ein Jahr bestanden hatte, haben Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld. Für die Berechnung des Arbeitslosengeldes wird die Ausbildungsvergütung der letzten 52 Wochen berücksichtigt. Da in den meisten Fällen aufgrund zu niedrigen Einnahmen das Arbeitslosengeld zu gering ausfallen würde, nimmt die Arbeitsagentur eine Sonderbemessung vor.


junges business-team in einer besprechungTipp: Möchten Sie mehr verdienen? Lassen Sie sich von einem Anbieter der Weiterbildungsmaßnahmen beraten. Häufig bekommen Sie somit wertvolle Tipps bezüglich eines neuen Berufsweges. Die Agentur für Arbeit übernimmt oft die Kosten der Weiterbildung.
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Arbeitslosengeldanspruch nach Studium

Nach einem abgeschlossenen Regelstudium haben Sie normalerweise keinen Anspruch auf das Arbeitslosengeld 1. Denn nur, wenn Sie in den letzten zwei Jahren mindestens 12 Monate beitragspflichtig gearbeitet haben, sind die Voraussetzungen erfüllt.

Beantragen Sie Harz IV (Arbeitslosengeld 2). Sie bekommen monatlich 409 Euro, und die Miete mit Nebenkosten gezahlt (Stand 2017).

 

Arbeitslosengeldanspruch nach Selbstständigkeit

Sie können als Selbständiger eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abschließen. Die Voraussetzung ist, dass Sie den Antrag innerhalb von drei Monaten nach Gründung ihres Unternehmens abschließen und, dass Sie zuvor

  • mindestens 12 Monate innerhalb der letzten zwei Jahre in einem Versicherungspflichtverhältnis (als Arbeitnehmer, Krankengeld- oder Elterngeldbezieher) waren, oder
  • das Arbeitslosengeld erhielten.

Den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung für Selbständige müssen Sie an die Agentur für Arbeit abführen. Für das Jahr 2017 beträgt der Beitragssatz:

  • 3 Prozent der Bezugsgröße von 2.975,00 EUR (West) / 2.660,00 EUR (Ost)
  • Sie zahlen also monatlich 89,25 Euro in den alten und 79,80 Euro in den neuen Bundesländern.
  • Für Gründer gibt es eine Sonderregelung: Sie zahlen ab der Unternehmensgründung bis zum Endes des folgenden Kalenderjahrs pro Monat nur die Hälfte: 44,62 Euro (West) und 39,90 Euro (Ost).

Wichtig: Gewerbe nicht abmelden!

Um das Arbeitslosengeld zu bekommen, müssen Sie nicht das Gewerbe abmelden oder ihr Geschäft aufgeben. Es reicht, wenn Sie:

  • weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten (§ 138 Abs. 3 SGB III) und
  • Sich arbeitslos gemeldet haben
  • arbeitsuchend sein.

Während der Arbeitslosigkeit können Sie bis zu 165 Euro hinzuverdienen. Überschreiten Sie dien Betrag, wird ihr Arbeitslosengeld gekürzt.

 

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