Samstag, 21. Januar 2017

Arbeitslosengeld Anspruch | Arbeitslosengeld Dauer

Auf einen Blick: Arbeitslosengeld Anspruch & Arbeitslosengeld Dauer

  • Arbeitslosengeld Anspruch hängt von Ihrem Alter ab und davon, wie lange Sie vorher als Arbeitnehmer gearbeitet haben.
  • Dauer: Wenn Sie in den letzten 2 Jahren mindestens 12 Monate beitragspflichtig beschäftigt waren, steht Ihnen 6 Monate Arbeitslosengeld zu.
  • Maximale Dauer: Nach 24 Monate langen Beschäftigung bekommen Sie 12 Monate lang Geld.
  • Alter: Bis zu ihrem 50. Geburtstag beträgt die maximale Bezugsdauer 12 Monate. Ab dem 50 Lebensjahr können Sie bis zu 24 Monate lang Arbeitslosengeld beziehen.
  • Sperrzeit: Die Arbeitsagentur kann u.U. die Bezugsdauer verkürzen.

Tipp: Das sollten Sie tun:

  1. Melden Sie sich rechtzeitig arbeitssuchend und arbeitslos und beantragen das Arbeitslosengeld.
  2. Prüfen Sie, ob sich eine spätere Anmeldung lohnt., wenn Sie bald den 50-ten, 55-ten oder 58-ten Geburtstag feiern.
  3. Prüfen Sie, ob Sie Restansprüche haben, wenn Sie in den letzten 5 Jahren schon arbeitslos waren.
  4. Vermeiden Sie Kürzung des Arbeitslosengeldes (Eigenkündigung, Aufhebungsvertrag, zu späte Anmeldung)

Inhalt:


Wer hat Arbeitslosengeldanspruch?


Anspruch auf Arbeitslosengeld haben Arbeitnehmer, die arbeitslos sind oder an einer beruflichen Weiterbildung teilnehmen. Arbeitslos ist wer in keinem Beschäftigungsverhältnis steht, sich selbst bemüht diesen Zustand zu verändern und den Vermittlungsangeboten der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht. Der Arbeitslosengeldanspruch endet mit der Vollendung des 65-ten Lebensjahrs.

Wenn Sie ihre Kündigung erhalten, sollten Sie sich umgehend persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Ihre Anmeldung muss spätestens 3 Monate bevor Sie arbeitslos werden erfolgen. Bei einer kurzfristigen Kündigung  reichen 3 Tage nach der Kündigung aus.  Halten Sie Anmeldefrist nicht ein, wird ihnen das Arbeitslosengeld für eine Woche gesperrt. Wenn Sie arbeitslos werden, melden Sie sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos und stellen einen Antrag auf das Arbeitslosengeld 1.

Wie hoch wird ihr Arbeitslosengeld

Die Höhe des Arbeitslosengeld 1 beträgt 60 Prozent (mit Kind 67 Prozent) des durchschnittlichen pauschalierten Nettogehalts der letzten 12 Monate.

Arbeitslosengeld berechnen mit dem Arbeitslosengeldrechner ALG1 Rechner ->

Wer bekommt Arbeitslosengeld?

  • Sie müssen arbeitslos sein
  • Sie müssen sich bei der Agentur für Arbeit persönlich arbeitslos gemeldet haben
  • Sie müssen in den letzten 2 Jahren mind. 12 Monate als Arbeitnehmer gearbeitet haben.

Arbeitslosengeld beantragen – Antrag auf Arbeitslosengeld 1 ->

Wie lange müssen Sie gearbeitet haben?

Um einen Anspruch auf das Arbeitslosengeld 1 zu bekommen, müssen Sie in den vergangenen 24 Monaten eine versicherungspflichtige Beschäftigung von mindestens 12 Monaten ausgeübt haben (sog. Anwartschaftszeit). Ausserdem dürfen Sie im letzten Jahr nicht mehr als 150 Tage gefehlt haben ( § 147 SGB III).

Für den Anspruch auf das Arbeitslosengeld besteht eine Verjährungsfrist von vier Jahren. Somit kann nach Ablauf von mehr als 4 Jahren seit der Entstehung des Anspruchs auf das Arbeitslosengeld, der Anspruch nicht geltend gemacht werden.

Während des Bezugs von Arbeitslosengeld dürfen Sie bis zu 15 Stunden pro Woche arbeiten. Für den Verdienst gibt es einen Freibetrag von 165 Euro, höhere Einnahmen werden auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

Wie lange wird das Arbeitslosengeld gezahlt?

Wie lange Sie Arbeitslosengeld 1 bekommen, hängt von Ihrem Alter und davon, wie lange Sie vorher als Arbeitnehmer gearbeitet haben.

Haben Sie in den letzten zwei Jahren 12 Monate lang als Arbeitnehmer versicherungspflichtig gearbeitet, steht ihnen für 6 Monate das Arbeitslosengeld zu. Bei einer 16 Monate langen Beschäftigung, bekommen Sie 8 Monate lang Geld. Wenn Sie während der gesamten Rahmenzeit von 2 Jahren als Arbeitnehmer angestellt waren, haben Sie Anspruch auf 12 Monate Arbeitslosengeld.

Unter 50 Jahre bekommen Sie höchstens 12 Monate lang Arbeitslosengeld ausgezahlt. Für ältere Arbeitslose ab 50 gibt es eine verlängerte Bezugsdauer.

So lange müssen Sie  gearbeitet haben (beitragspflichtig) So lange  wird das Arbeitslosengeld gezahlt
12 Monate 6 Monate
16 Monate 8 Monate
20 Monate 10 Monate
24 Monate 12 Monate


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Arbeitslosengeld Anspruch für Ältere 

Für Arbeitslose ab dem 49-ten Lebensjahr lohnt es sich in manchen Fällen die Arbeitslosigkeit später anzumelden. Mit ihrem 50-ten Geburtstag verlängert sich die Bezugsdauer auf 15 Monate, wenn Sie davor 30 Monate in einem Arbeitnehmerverhältnis gestanden haben.  Ab ihrem 55ten Lebensjahr und 36 Monaten Beschäftigungszeit steigt die Anspruchsdauer auf 18 Monate, ab dem 58ten Lebensjahr mit mindestens 4 Jahre beitragspflichtigen Beschäftigung bekommen Sie das Arbeitslosengeld für 24 Monate zugesprochen.

Mit dem 66-ten Geburtstag endet Ihr Anspruch auf das Arbeitslosengeld.

Ihr Alter
So lange müssen Sie  gearbeitet haben (beitragspflichtig)
So lange  wird das Arbeitslosengeld gezahlt
Ab 50 30 Monate 15 Monate
Ab 55 36 Monate 18 Monate
Ab 58 48 Monate 24 Monate

 

Tipp: Der richtige Zeitpunkt für den Antrag

Wenn Sie bald Ihren 50-ten, 55-ten oder den 58-ten Geburtstag feiern, kann es für Sie günstiger sein Ihre Arbeitslosenmeldung erst nach Ihrem Geburtstag abzugeben. Mit der Vollendung des 50-ten, 55-ten und 58-ten Lebensjahres verlängert sich die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes auf 15, 18 bzw. 24 Monate.

Sie können also mit einer verspäteten Anmeldung bis zu sechs Monaten längere das Arbeitslosengeld 1 beziehen. Die Agentur für Arbeit steht hier nach einer Entscheidung des Landesgerichts Hessen in Pflicht Sie über die Vorteile einer verspäteten Anmeldung zu informieren (Az: L 7/10 AL 185/04I).

 

Verlängerung der Arbeitslosengeld Dauer

Werden Sie innerhalb der letzten 5 Jahre arbeitslos waren und ihre vorherige Bezugsdauer nicht voll ausgeschöpft haben, bekommen Sie ihre Restansprüche angerechnet. Die neue Bezugsdauer wird um die Restansprüche bis zur maximalen Höchstdauer aufgestockt. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt für die nächsten 5 Jahre gültig. Das bedeutet, dass Sie in den nächsten 5 Jahren ihren nicht verbrauchten Anspruch nutzen können.

 

 

Verkürzung der Arbeitslosengeld Dauer

Die Arbeitsagentur kann unter bestimmten Umständen eine Sperrzeit verhängen und damit ihre Anspruchsdauer kürzen (§ 159 SGB III). Die Sperrzeit wird von der Bezugsdauer abgezogen – sie verlieren also für diese Zeit den Anspruch auf ihr Arbeitslosengeld.

Eine Sperrzeit droht ihnen, wenn Sie:

  • sich zu spät arbeitssuchend gemeldet haben – Sperre: 1 Woche
  • sich nicht ausreichend um die Arbeitssuche bemühen – Sperre: 2 Wochen
  • eine Arbeit / Eingliederungsmaßnahme ablehnen – Sperre: 1. Verstoß: 3 Wochen / 2. Verstoß: 6 Wochen / dann 12 Wochen
  • selbst gekündigt haben – Sperre: 12 Wochen
  • aus ihrem Verschulden gekündigt wurden – Sperre: 12 Wochen
  • Bei Aufhebungsvertrag – Sperre: 12 Wochen

Arbeitslosengeldanspruch nach Eigenkündigung

Haben Sie Ihr Arbeitsverhältnis selbst gekündigt, müssen Sie mit bis zu zwölf Wochen Arbeitslosengeld-Minderung (Sperre) rechnen. Die Sperre verkürzt sich auf drei (bzw. sechs) Wochen, wenn das Arbeitsverhältnis sowieso im Zeitraum von sechs (bzw. zwölf) Wochen geendet hätte. Wenn die Sperre einen besonderen Härtefall verursachen würde, wird sie ebenfalls verkürzt (§ 159 SGB III). Die Dauer der Sperrzeit darf nicht kleiner als ein Viertel der Anspruchsdauer auf das Arbeitslosengeld. Somit kann bei einer ALG-Bezugsdauer von 24 Monaten die Sperre bis zu sechs Monaten betragen.

Nur wenn Sie einen wichtigen Grund vorwiesen, können Sie eine Arbeitslosengeld-Sperre vermeiden:

  • Burn Out – mit einem medizinischen Gutachten, wird eine Eigenkündigung wegen Überforderung ohne eine Sperre akzeptiert.
  • Gründung eines gemeinsamen Haushalts mit ihrem Ehegatten: Wenn Sie mit Ihrem Ehe- / Lebenspartner in eine gemeinsame Wohnung umziehen, bekommen Sie trotz Eigenkündigung keine Sperre verhängt. Anders ist es, wenn Sie ohne Kinder mit Ihrem Freund zusammenziehen wollen, hier spielt der Gesetzgeber nicht mehr mit.
  • Gründung einer Erziehungsgemeinschaft: Wenn Sie mit ihrem Freund zusammenziehen, um im gemeinsamen Haushalt ihre Kinder zu erziehen.
  • Wenn ihr Arbeitgeber zu wenig oder unpünktlich gezahlt hatte
  • Wenn Sie feste Zusage für eine neue Stelle hatten, wird eine Eigenkündigung ohne Sperre akzeptiert, auch, wenn es später mit dem Arbeitswechsel nicht klappt.

Arbeitslosengeldanspruch bei Aufhebungsvertrag

Mit einem Aufhebungsvertrag wird im gemeinsamen Einverständnis zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer die Beendigung des Arbeitsverhältnisses geregelt. Ein Aufhebungsvertrag kann eine Sperre des Arbeitslosengeldes von bis zu 12 Wochen bedeuten (§ 159 Abs. 1 Nr. 1 SGB III).

Nur wenn Sie nachweisen können, dass Sie ohnehin eine betriebsbedingte Kündigung bekommen hätten, wird ihr Arbeitslosengeld nicht gemindert.

Arbeitslosengeldanspruch nach Ausbildung

Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder nach einer abgebrochenen Berufsausbildung, die mindestens für ein Jahr bestanden hatte, haben Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld. Für die Berechnung des Arbeitslosengeldes wird die Ausbildungsvergütung der letzten 52 Wochen berücksichtigt. Da in den meisten Fällen aufgrund zu niedrigen Einnahmen das Arbeitslosengeld zu gering ausfallen würde, nimmt die Arbeitsagentur eine Sonderbemessung vor.


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Arbeitslosengeldanspruch nach Studium

Nach einem abgeschlossenen Regelstudium haben Sie normalerweise keinen Anspruch auf das Arbeitslosengeld 1, denn nur, wenn Sie in den letzten zwei Jahren mindestens 12 Monate beitragspflichtig gearbeitet haben, sind die Voraussetzungen erfüllt.

Beantragen Sie Harz IV (Arbeitslosengeld 2). Sie bekommen monatlich 391 Euro, und die Miete mit Nebenkosten gezahlt.

Tipp: Melden Sie sich arbeitssuchend

Sie sollten sich trotzdem arbeitssuchend melden. Dann können Sie ihre Bewerbungskosten: 5 Euro pro Bewerbung, bis zu 260 Euro im Jahr, von der Agentur für Arbeit zurückerstattet bekommen.

 

Arbeitslosengeldanspruch nach Selbstständigkeit

Sie können als Selbständiger eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abschließen. Die Voraussetzung ist, dass Sie den Antrag innerhalb von drei Monaten nach Gründung ihres Unternehmens abschließen und, dass Sie

  • zuvor mindestens 12 Monate innerhalb der letzten zwei Jahre in einem Versicherungspflichtverhältnis(Als Arbeitnehmer, Krankengeld- oder Elterngeldbezieher) waren.
  • Oder dass Sie vor der Gründung das Arbeitslosengeld erhielten.

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung für Selbständige müssen Sie an die Agentur für Arbeit abführen. Für das Jahr 2016 beträgt der Beitragssatz 3 Prozent der Bezugsgröße von 2.905 Euro (West) und 2.520 Euro (Ost). Sie zahlen also monatlich 87,15 Euro in den alten und 75,60 Euro in den neuen Bundesländern. Für Gründer gibt es eine Sonderregelung: Sie zahlen ab der Unternehmensgründung bis zum Endes des folgenden Kalenderjahrs pro Monat nur die Hälfte: 43,58 Euro (West) und 37,80 Euro (Ost).

Um das Arbeitslosengeld zu bekommen, müssen Sie nicht das Gewerbe abmelden oder ihr Geschäft aufgeben. Es reicht, wenn Sie:

  • weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten (§ 138 Abs. 3 SGB III) und
  • Sich arbeitslos gemeldet haben
  • arbeitsuchend sind.

Während der Arbeitslosigkeit können Sie bis zu 165 Euro hinzuverdienen. Überschreiten Sie dien Betrag, wird ihr Arbeitslosengeld gekürzt.

 

So lange müssen Sie gearbeitet haben – So lange wird das Arbeitslosengeld gezahlt – Bezugsdauer für ältere Arbeitslose – Verlängerung der Bezugsdauer – Verkürzung der Bezugsdauer – Arbeitslosengeld wie lange wird gezahlt – Arbeitslosengeld wie lange muss man gearbeitet haben – Arbeitslosengeld wie lange mit 50, 55, 58 Jahren – Arbeitslosengeld Dauer über 60 – Arbeitslosengeld Dauer Ältere – Arbeitslosengeld Dauer Sperrzeit- Arbeitslosengeld Dauer Bezug – Arbeitslosengeld Dauer Restanspruch

 

Glossar